Transformationskonflikte im Betrieb: Was können Gewerkschaften tun?

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00:00:18: Systemrelevant, Fakten für eine demokratische und nachhaltige Wirtschaft.

00:00:36: Moin!

00:00:37: Aus zeitlichen Gründen darfst du dich heute selber vorstellen.

00:00:40: Ich arbeite als Gewerkschaftssekretär für die IG Metall in der Geschäftsstelle Wesa Elbe und sozusagen gerade in Bremerhaven.

00:00:48: Ja und dann unsere Hörerinnen und Hörern.

00:00:50: vorweg wie immer der Hinweis, dass ihr uns erreichen könnt.

00:00:52: Und zwar per e-mail ansystemrelevantedböckler.de also Hinweise Korrekturen Unmut Anregungen und sonstiges bitte per E-Mail einsenden.

00:00:59: in den Schornhuts findet ihr die Liste der sozialen Netzwerke sowie unseren weiteren Podcasts.

00:01:03: Der haben wir zwei und wir freuen uns natürlich wenn ihr uns in einem Podcatcher Eurer Wahl abonniert Bevor wir zum Thema kommen, Bettina, weil es darauf basierend denn heute auch ist unsere Folge.

00:01:16: Was sind denn die WSIM?

00:01:18: Die WSI-Mitteilungen?

00:01:20: Ich meine, wir haben das mal in einer Folge ganz kurz erwähnt aber ich würde es gerne nochmal prominenter darstellen.

00:01:27: Das ist die Zeitschrift des WSI, die durchaus einen wissenschaftlichen Anspruch hat.

00:01:34: Die wissenschaftliche Beiträge in dieser Zeitschaft sind auch peer-reviewed.

00:01:38: das bedeutet dass sie ja von anonymem Gutachtern und Gutachterinnen reviewed werden bevor sie publiziert werden oder im schlechteren Fall dann eben auch nicht.

00:01:49: Dass Leute die in der Wissenschaft arbeiten wissen, dass das ein Qualitätskriterium ist.

00:01:54: aber es ist die versucht eine Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis zu schlagen, weshalb es auch immer wieder Berichte aus der Praxis gibt.

00:02:05: Und auch Format wie ein Kommentar oder Buchbesprechung.

00:02:10: Es soll ne Zeitschrift sein, die sowohl für Wissenschaftlerinnen als auch für Praktika-Innen geeignet ist.

00:02:17: Ich denke das klingt sehr gut!

00:02:19: Wir haben auch eine Redaktion der WSI-Meteilung, die auch recht gut personell ausgestattet ist.

00:02:25: Im Vergleich zu anderen wissenschaftlichen Zeitschriften vor allen Dingen und ich glaube dass man das der Zeitschaft auch anmerkt oder ich finde man merkt es ja an weil neben den Inhalten, die da vermittelt werden.

00:02:36: Auch die Form recht ansprechend ist.

00:02:38: wir geben uns wirklich Mühe auch die Texte am Ende so zu entwickeln dass sie gut verständlich sind das es eine verständliche klare Sprache ist.

00:02:47: Wir haben wie ich finde auch ein recht ansprechenes Layout und eine gute grafische Aufbereitung wenn es Grafiken gibt.

00:02:54: Es ist also einen Zeitschrift Die versucht wissenschaftlichen befunden eine etwas breitere Bühne zu bauen.

00:03:01: Er scheint dreimal im Jahr ne

00:03:03: Sechsmal Ja und ich kann an dieser Stelle natürlich auch, weil wir nochmal alle vor allen Dingen auch Nachwuchs-Wissenschaftlerinnen nur ermutigen Texte einzureichen.

00:03:13: Wir freuen uns da wirklich sehr darüber und ich glaube gerade weil wir personell ganz gut ausgestattet sind wenn wir finden ist eine interessante Erzählung in dem Text wirklich mit den Wissenschaftler in einen gemeinsamen Weg zu gehen, bis das eben am Punkt ist wo man es gut veröffentlichen kann.

00:03:31: Das heißt wir machen keine Abstriche bei unseren Qualitätsansprüchen.

00:03:35: aber wir investieren vielleicht auch mehr als andere Zeitschriften da rein die Wissenschaftlerin dabei zu begleiten weil das ist ja gar nicht so einfach aus einem interessanten befunden guten wissenschaftlichen Text zu machen.

00:03:47: Die Schwerpunktefte erscheinen dreimal im Jahr.

00:03:49: Genau

00:03:50: Jetzt habe ich es.

00:03:51: Wir werden euch in den Shownotes die Seite der WSI-Mitteilungen verlinken, da findet man auch die Artikel hat auch ein schöner Archiv Suche, da kann man alles mögliche nachsuchen und man kann das aber auch über Nomos Verlag abonnieren, habe ich gesehen.

00:04:08: kein Open Access, es gibt immer mal wieder Artikel im Open Access.

00:04:12: Aber viele Universitätsbibliotheken haben Zugang zu der Zeitschrift.

00:04:16: also guckt mal wenn ihr an der Uni seid über eure Universitäter Bibliothek.

00:04:21: Gut dann kommen wir aber einmal zum Hauptthema und das sind Transformationskonflikte und man kann auch sagen wie sie in den Betrieb reinwirken und was man vielleicht auch tun kann das beruhigen oder eine gute Lösung zuzuführen.

00:04:37: Aber vielleicht wird Tina ganz am Anfang Transformationskonflikt, klingt ein bisschen arg abstrakt?

00:04:42: Ich meine ich glaube nach allen Folgen die wir hier gemacht haben kann sich jeder so ein bisschen was darunter vorstellen.

00:04:47: aber da gibt es bestimmt auch eine sehr gut definierte Ausführung dazu was das ist wissenschaftlicherseits.

00:04:54: Ja ich weiß gar nicht ob es so eine Gut So eine klare Definition gibt, aber es ist natürlich ein Thema was auch die Wissenschaft beschäftigt und vielleicht können wir das ja auch nochmal in die Folge verlinken.

00:05:03: Wir hatten ja auch unser letztes Herbstforum zu dem Thema wozu es auch ne Podcast-Folge gab.

00:05:09: Letztlich sind es Konflikte, die in die Gesellschaft getragen werden weil sich die Ökonomie, die Gesellschaft der Arbeitsmarkt transformieren.

00:05:19: Zwei große Treiber dieser Transformation sind die Digitalisierung, aber vor allen Dingen natürlich auch der sozial-ökologische Wandel.

00:05:26: Und wenn man mal Letzteres nimmt dann kann man sich vorstellen dass ein Konflikt darin bestehen kann.

00:05:32: das ist einerseits also zum Beispiel nehmen wir einfach den Kohleausstieg.

00:05:36: Das ist einerseits notwendig um Klimaneutralität zu erreichen Und andererseits natürlich vor Ort mit extremen Verwerfungen verbunden, weil Menschen möglicherweise oder weil Menschen ihre Arbeitsplätze verlieren.

00:05:49: Weil Industriestandorte verloren gehen, weil sich Regionen verändern und diese Entwicklung ist in den Betrieben ganz konkret auch mit enormem Herausforderung verbunden.

00:05:59: Oder wenn eine neue Antriebstechnologie eingeführt wird zum Beispiel bei Elektrofahrzeugen braucht man weniger Personal so was zu bauen als bei Verbrennern.

00:06:09: Leute müssen sich neu qualifizieren, Qualifikationen die sie immer selber als sehr wertvoll erachtet haben verlieren vielleicht an Wert.

00:06:17: all diese Dinge spielen da rein und insofern kriegt man glaube ich relativ schnell ein Gespür dafür dass sowas eben nicht reibungslos abläuft.

00:06:25: es gibt aber auch Bereiche auf dem man gar nichts so guckt.

00:06:28: ja wir haben auf unserem Herbst von zum Beispiel auch die Fleischindustrie in den Blick genommen weil klar ist wenn man weniger Fleisch ist wird doch weniger geschlachtet, dann wird vielleicht umgestellt auf vegane Wurst, auch wenn man die nicht mehr Wurst nennen darf.

00:06:39: All das geht eben mit Veränderungen einher und am Ende sind es natürlich Dinge, die wirklich in den Betrieben ganz konkret aufschlagen bearbeitet werden müssen.

00:06:49: Die Leute müssen vielleicht qualifiziert werden.

00:06:50: Vielleicht müssen sie tatsächlich aus dem Betrieb ausscheiden und woanders hinqualifiziert.

00:07:04: Unsicherheit gibt bei den Menschen.

00:07:07: natürlich Stoßen solche Herausforderungen auch auf Ablehnung und das Ganze verläuft nicht konfliktfrei.

00:07:13: So Felix, du hast dich quasi mal der Realität des Ganzen ausgesetzt könnte man glaube ich sagen?

00:07:19: Du bist ja in der Geschäftsstelle IG Metallweser Elbe und glaube ich kann dazu sagen eine eher strukturschwache Region.

00:07:27: wenn ich es ganz grob umreise, bevor du in die Tiefe gehst.

00:07:30: Dort auch das Thema was passiert?

00:07:32: Wenn Mitarbeiter ins rechte Spektrum abrutschen wie verändert sich dann die Lage?

00:07:37: was kann man dagegen tun?

00:07:38: und so weiter und sofort.

00:07:39: Und da kann man ja sagen ist Transformationskonflikt zumindest mal ein treffender Begriff?

00:07:46: oder

00:07:47: Ja definitiv, also die Region hier in der Geschäftsstelle WESA-Elbe und insbesondere die Stadt Bremerhaven ist auch in der Vergangenheit immer wieder von Transformationskonflikten berührt worden.

00:07:59: Da kann man zurückgehen in die Fischereiindustrie in den fünftiger Jahren.

00:08:02: dann der Schiffbau, der sich dramatisch verändert hat im Bremer Hafen und doch viel mit der Stadt Bremenhafen gemacht hat.

00:08:08: Und sofern ist das nicht neu dass wir in Bremerhafen und Umgebung diese Transformation Konflikte haben.

00:08:14: aber wir stehen eben wieder vorn einer solchen Epoche.

00:08:18: Oder sind mitten drin?

00:08:19: Genau, wir sind also mitten drinnen.

00:08:21: das kann man glaube ich unterschiedlich deuten würde ich sagen definitiv es verändert sich etwas in der wirtschaftlichen Struktur der Region.

00:08:29: Beispiel Windkraft kommt neu dazu war aber auch zehner Jahren auch schon mal da ist dann durch politische Entscheidungen wieder abgewirkt worden.

00:08:39: Jetzt lebt Windkraft hier in der Region wieder auf, also es ist ein Hin und Her und in diesem Feld agieren wir als IG Metall in unseren Betrieben vom Schiffbau bis zur

00:08:48: Windkraft.".

00:08:49: Wie drückt sich denn der Konflikt aus?

00:08:52: Naja ... durch sich zum Beispiel darin aus, dass die Beschäftigten und Betriebsräte in diesen Betrieben eben in sehr unterschiedlicher Form von Veränderungen beobachten.

00:09:02: Also beispielsweise Digitalisierung, Einführung von neuer Software, neuen Arbeitsverfahren aber auch von Dingen wie Auftragsdruck also zunehmender Leistungsdruck immer kleinere Belegschaften, die immer mehr reißen müssen all das schlägt sich in den Belegenschaften nieder Betriebsräten und geht es dann in dieser Situation vor allen Dingen darum, wie so ein Konflikt dann eben gedeutet wird.

00:09:30: Und da gibt es von rechten Akteuren Deutungsangebote die wir sehen, die auch verfangen.

00:09:36: Wir haben uns sehr stark auf die Fahne geschrieben den anderen Deutungangeboten zu machen und dafür Instrumente zu entwickeln.

00:09:43: Wie muss ich mir das vorstellen?

00:09:45: Also welchen Weg seid ihr da gegangen?

00:09:47: Gehen wir auch davon aus, dass es intern jetzt nicht bei jedem sofort Klick gemacht hat und gesagt oh ja da ist ein großes Problem.

00:09:55: Also ich könnte mir schon vorstellen das man auch erst mal internen Vermittlungsarbeit für das Problem leisten muss.

00:10:00: Absolut absolut!

00:10:01: Das war aber auch nicht konfliktfrei.

00:10:03: was haben wir gemacht?

00:10:04: Wir haben uns im Jahr wissenschaftlichen Begleitung durch ein Team um den Soziologen Klaus Dörre aus Jena, uns diese Veränderungen anzugucken und haben gemeinsam mit den Betriebsräten einen Seminar gemacht in dem wir darüber gesprochen haben was sich in den Betrieben gerade ganz akut verändert.

00:10:26: Also Verfahren zum Beispiel die sich verändern Dinge die neu eingeführt werden neue Management Methoden all solche Sachen Und haben gemeinsam versucht dafür in der Betriebspolitik, also für die Betriebe und die Betriebsträhte Instrumente zu entwickeln.

00:10:41: Und zugleich haben wir von dem Team von Klaus Dörre eine Befragung durchführen lassen und die im Nachhinein von den Industriesoziologen auswerten sondern die Ergebnisse vorstellen lassen.

00:10:55: Und was berichten da die Betriebsräte?

00:10:56: Was ist so ein bisschen das Ergebnis dieser Befragung, dass sie von zunehmendem Fachkräftemangel betroffen sind, Digitalisierung, wie gesagt sowas wie Auftragsdruck entsteht aber auch die Betriebsträhte des Gefühl haben, dass Sie nicht genug Ressourcen haben um diese Veränderungsprozesse zu bewerkstelligen, dass es Ihnen an Machtressourcen fehlt um diese Vorgänge ja wirksam auch zu gestalten.

00:11:20: im Betrieb.

00:11:21: Und da müssen wir natürlich als Gewerkschaft ansetzen, sogar irgendwie kriegen wir das hin.

00:11:25: Wie bekommen wir die Ressourcen in diese Betriebsratsarbeit und welche Instrumente stehen uns dazu zur Verfügung?

00:11:31: Aber du hast völlig recht!

00:11:32: Das war auch in der Geschäftsstelle nicht konfliktfrei weil... diese Reflexion erstmal zu machen, braucht auch Mut und Offenheit.

00:11:41: Weil da natürlich auch Dinge zutage treten können die wir vielleicht problematisch finden oder wo wir vielleicht doch erst mal uns fragen stellen wie wir dann damit umgehen.

00:11:49: eben zum Beispiel wenn Betriebsräte sagen dass sie vorsichtig damit sind sich im Betrieb zum Beispiel politisch in eine bestimmte Richtung zu äußern weil Sie glauben das sie dadurch an Rückhalt in der Belegschaft verlieren also dass man vorsichtig ist da proaktiv zu sein.

00:12:06: Kannst du mal ein Beispiel dafür nennen, welche Deutungsangebote dann von rechts kommen bei so einem Transformationskonflikt und wie die verfangen?

00:12:14: Ja typischerweise.

00:12:15: So einen Konflikt von innen gegen außen aufgemacht wird also ausländische Kräfte Arbeitskräfte sind irgendwie im Betrieb unterwegs als Werkvertragsarbeiter oder so ähnlich in anderen Formen Und dann wird eher der konflikt da aufgemacht zwischen denen uns als irgendwie Stamm Beschäftigte in Anführungsstrichen deutschen Arbeitskräften und denen, die aus dem Ausland kommen.

00:12:38: Das kann man sozusagen so deuten.

00:12:40: So ein deutsches Angebot wird gemacht von verschiedenen Akteuren und man den kann man etwas entgegenstellen nämlich zum Beispiel dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht Und das ist im übrigen auch in den Belegschaften oder auch in dem Betriebsräten Konsens Dass diese Schere immer weiter Auseinandergeht und dass es ein massives Problem ist.

00:12:57: Jetzt kann ich so einen Konflikt eben auf die eine oder auf andere Art und Weise deuten.

00:13:02: Diese Arbeitsverdichtung kommt auch von der Transformation.

00:13:05: Genau, Arbeitsverdichtung ist super.

00:13:07: Dass es da einfach ein Konflikt darum gibt wo die denn herkommt?

00:13:11: Da kann man auf der einen Seite mal hinstellen naja wo fließt denn das Geld hin?

00:13:16: ja und von wem wird dann diese Arbeits- verdichtung hier eigentlich organisiert und angeordnet?

00:13:20: und dann sehe ich da den Arbeitgeber und die Kapitalinteressen die da versuchen irgendwie noch den letzten Cent aus so einem Betrieb raus zu quetschen obwohl schon alle auf dem Zahnfleisch gehen.

00:13:29: oder man kann eben irgendwelche anderen Verschwörungen sehen die jetzt vermeintlich dazu führen.

00:13:34: Also

00:13:34: wenn wir das dann auch mal in diese gesellschaftlichen Debatten reinrücken, die, ich sag's mal von der CDU ausgelöst werden aktuell im Sinne von ihr müsst mehr arbeiten.

00:13:45: Ihr seid alle faul.

00:13:46: Zumindest ist es faul wird nicht direkt gesagt aber schwingt ja immer mit.

00:13:50: Dann stößt es ja auf eine Situation in der die Leute eh schon das Gefühl haben dass vielmehr zu bewältigen ist als sie aktuell bewältigend können.

00:13:59: also es stinkt jetzt nicht gerade nach einer klugen Strategie auf dem Ersten Blick von dem was wir jetzt hier besprochen haben.

00:14:05: So wird eben das gedeutet ja in die Welt gesetzt, dass das Problem doch darin merke, dass die Leute nicht genug arbeiten würden.

00:14:13: Das ist natürlich völliger Quatsch.

00:14:14: also wir sehen eher... Die Leute gehen auf den Zahnfleisch und diejenigen die vielleicht sagen Ja ich muss meine Stunden reduzieren.

00:14:24: Die reduzieren ihre Stunden weil ansonsten Arbeit und Leben überhaupt nicht mehr miteinander vereinbar sind.

00:14:30: Also aus einer Not

00:14:31: Dann würde ich mal vielleicht in dieses Spektrum reingehen, was möglich ist an Bewältigung.

00:14:41: Wir haben jetzt definiert das ist ungefähr die Problemlage da stehen wir vor plus wie geht man damit um?

00:14:48: Also tritt mir jetzt an die Leute ran welche Möglichkeiten hat man das die Themen aufzulösen oder vielleicht auch positiv zu drehen?

00:14:57: Ja, also da haben wir verschiedene Ansätze mal entwickelt wie man sich dem annähernd die Konflikte herangehen kann als Gewerkschaft.

00:15:07: Das ist jetzt nicht alleine auf unsere Mist gewachsen.

00:15:09: das möchte ich an der Stelle tatsächlich auch nochmal sagen sondern da sind auch viele Anribungen und Ideen von anderen mit eingeflossen.

00:15:15: Ich möchte da nur mal beispielhaft den VBD nennen Also ein Verein zur Bewahrung der Demokratie der sehr viele spannende Ideen haben.

00:15:23: Das kann man späterer Stelle nochmal sich anschauen.

00:15:26: Was wir machen, was ich empfehlen würde wäre zum Beispiel sowas wie unbedingt das persönliche Gespräch suchen.

00:15:32: Das ist nach wie vor im Betrieb ein sehr wirkmächtiges Instrument um mit Menschen ins Gespräch zu kommen und ihnen auch eine anderes Angebot für eine Deutung zu machen, also ein anderes Deutungsangebot zu machen einen Konflikt aus einer anderen Perspektive zu sehen.

00:15:46: Es war schon nicht von innen und außen sondern zu überlegen wo fließt denn hier eigentlich das Geld hin?

00:15:51: den Konflikt aus dieser Brille mal zu sehen.

00:15:53: Und das persönliche Gespräch ist dabei nach wie vor ein super Instrument, was auch gerade Betriebsräte und Vertrauensleute in den Betrieben hervorragend nutzen können und auch einen riesen Potenzial hat für die Intervention im Betrieb in der Sprache der Kolleginnen und Kollegen.

00:16:09: Das machen wir als IG Metall sehr systematisch, indem wir Ansprache-Aktionen machen, Ansprachetage, Betriebesrundgänge machen und wirklich mit den Leuten ins Gespräch kommen.

00:16:20: Ist das etwas, was in den letzten Jahrzehnten vielleicht geringer wurde?

00:16:26: Das persönliche Gespräch.

00:16:27: Also wir machen es eher mehr als weniger.

00:16:30: Ich meine, es ist ja tatsächlich total spannend mal zu überlegen, was man in den Betrieben machen muss um... also wir haben jetzt auch Betriebsratswahlen demnächst was man im Betrieb rechten Tendenzen entgegensetzen kann weil der Betrieb natürlich ein Ort ist in der immer noch viele Menschen zusammenkommen, die sonst vielleicht nicht zusammen kommen und auch ein gewisserweise miteinander im Gespräch oder in einer Koordination und Verständigung sein müssen.

00:16:57: Jetzt gar nicht erstmal im erster Linie politisch aber einfach inhaltlich.

00:17:01: Wenn man zusammen arbeitet dann muss man sich an gemeinsame Regeln halten und Abläufe.

00:17:06: Man muss sich absprechen und man hat doch irgendeine Form von gemeinsamer Basis und deshalb ist es ja auch unsere Forschungsthese sozusagen dass es nach wie vor ein guter Ort ist, um auch die Demokratie zu verteidigen.

00:17:21: Das eine ist natürlich, was wir auch mal sagen.

00:17:22: Es hat auch etwas mit Arbeitsbedingungen zu tun ob Menschen da antidemokratische Einstellungen entwickeln.

00:17:27: aber die andere Frage, die auch immer im Raum stehen, die wir auch ganz oft gefragt werden ist Was können eigentlich Gewerkschaften tun?

00:17:33: Also was kann man konkret machen wie kann man dem was entgegensetzen Welche Maßnahmen können wir greifen welche Argumente verfangen Wie sollen wir uns aufstellen?

00:17:42: und insofern finde ich das total spannend dass ihr da einfach mal so verschiedene Dinge identifiziert habt bei denen ihr erfolgreich gewesen seid dass das persönliche Gespräch wirklich eine große Rolle spielt.

00:17:53: Das heißt im Zweifelsfall auch wirklich zu sehen, dass man da irgendwie Personal hat und es entsprechend schult und vielleicht auch stärkt.

00:18:01: oder wie siehst du das?

00:18:03: Ganz genau das machen wir im übrigen auch in anderen Geschäftsstellen.

00:18:06: und das Wichtige ist was du gerade gesagt hast, dass insbesondere die Kolleginnen und Kollegen im Betrieb machen also Betriebsrätenen und Betriebesräte Vertrauensleute auch andere Kolleginnen und Kollegen, die das Gespräch suchen.

00:18:19: Und von uns genau ein wenig darin geschult werden wie man solche Gespräche gut führt.

00:18:24: Was ich wichtig finde ist dass wir konkret im Betrieb aufzeigen wo die Handlungsmöglichkeiten sind und an den betrieblichen Themen arbeiten und nicht so sehr mit der großen Demokratiebewahrer Aura da rein kommen.

00:18:41: Wir machen solche Ansprache, Tage oder Betriebsrundgänge nicht weil wir die Demokratie retten wollen sondern weil wir in allererster Linie mal die Arbeitsbedingungen verbessern wollen und mit den Leuten darüber sprechen sie daran beteiligen sie daran einbeziehen wollen wie es gehen kann.

00:18:55: so und das beobachte ich zumindest immer wieder einen akademischen Raum sag' ich mal dass so etwas ratlos darauf geguckt wird.

00:19:03: ja was könnte man denn nur tun?

00:19:04: Und dann etwas zu abstrakt über.

00:19:07: Ja, wir müssen ja auch jetzt mal mit den Menschen über Demokratie reden.

00:19:11: Kommt dann gerne mal und wir sagen eher machen das gar nicht so groß sondern wir reden mit den Leuten über das was sie wirklich beschäftigt Und dann sind wir im Gespräch und können wir Handlungsoptionen aufzeigen Was man in Betrieb tun kann.

00:19:23: denn Das was wir beobachten und Teil ein übergreifendes Ergebnis dieser Befragung war die wir parallel haben machen lassen ist dass wir einen zunehmend starkes Gefühl der Ohnmacht im Betrieb haben, also ein Gefühl das sich bereit macht.

00:19:39: Ein Gefühl der Handlungsunfähigkeit, ein Gefühl von nichts mehr bewirken zu können.

00:19:45: und da müssen wir ran und die Ursache bekämpfen und nicht abstrakt über Demokratie

00:19:51: reden.".

00:19:52: Man könnte ja fast sagen dass es um Grunde klassische Gewerkschaftsarbeit ist diese Selbstwirksamkeit zu schaffen für die Menschen?

00:20:01: Genau Ich glaube, dass wir deshalb auch als Gewerkschaften da sehr gut wirksam sein können wenn wir eben nicht mit dem großen Demokratie-Thema kommen sondern weil wir sehr nah dran sind und weil wir praktisch Selbstwirksamkeitserfahrungen erzielen können in dem Leute zum Beispiel Betriebsräte gründen.

00:20:18: hatten wir jetzt auch, hier in der Geschäftsstelle, zwei Betriebsratsgründungen und da gehen die Leute plötzlich ganz anders durch den Betrieb.

00:20:25: Da haben sie Demokratie erfahren ohne dass wir abstrakt über Demokratie gesprochen haben sondern wir haben es gemacht.

00:20:30: Wir haben einfach zwei betriebsräte gegründet.

00:20:32: Eine andere Frage also eine Geschichte das weiß ich zumindest von der Automobilindustrie.

00:20:37: Weiß nicht wie du das... Siehst es, dass von rechts der Vorwurf an Gewerkschaften kommt?

00:20:43: Sie seien im Prinzip Co-Manager.

00:20:46: Sie würden nicht die Interessen der Beschäftigten vertreten weil Gewerksamkeiten also den Kern der Transformation, das man beispielsweise Antriebstechniken verändern muss, nicht infrage stellen.

00:20:57: oder in eurem Fall, dass man keine Ahnung mehr Windkraft braucht oder so.

00:21:01: Gewerkerschaften gehen in diesen Veränderungsweg mit Und dadurch handeln sie sich dann von rechts in den Vorwurf ein.

00:21:08: Sie werden im Prinzip Co-Manager, sie würden nicht die Interessen der Beschäftigten vertreten und das verfängt ja ein Stück weit.

00:21:14: oder ist die Frage macht ihr die Erfahrung auch?

00:21:17: Und was kann man dem entgegensetzen?

00:21:19: Eine zweite Sache, die wir in unseren Studien immer sehen, ist dass Wir sehen tatsächlich nicht so einen Unterschied Im Hinblick auf die Frage gibt es überhaupt ein Betriebsrat sondern entscheidend ist ob dieser Betriebesrat als wirkmächtig wahrgenommen wird.

00:21:33: Macht ihr die Erfahrungen auch?

00:21:35: Braucht es eigentlich, damit ein Betriebsrat als wirkmächtig wahrgenommen wird und vielleicht auch als jemand der dem Arbeitgeber was entgegensetzt?

00:21:44: Zu meiner persönlichen Erfahrung nur hier in der für die Geschäftsstelle gesprochen sehe ich dass nicht, dass wir da von irgendwelchen rechten Akteuren für angegangen werden, das wir Co-Management betreiben würden.

00:21:57: Das mag aber vielleicht woanders und in anderen Industrien auch anders sein.

00:22:00: mit der Automobilindustrie hat diese Geschäftsstelle rein gar nichts zu tun und sofern ist es vielleicht auch woanders auch anders.

00:22:07: Zu der anderen Frage, das würde ich unbedingt bekräftigen was Bettina gesagt hat.

00:22:11: Die Tatsache dass es ein Betriebsrat gibt ändert noch nicht alles sondern es braucht wirklich einen handlungsfähigen und auch einen durchsetzungsfähigen Betriebesrat.

00:22:20: Und denen gibt es nur in enger Kooperation und Verzahnung mit einer Gewerkschaft im Betrieb Das Vertrauensleute sind oder in welcher Form auch immer.

00:22:29: in kleinen und mittleren Betrieben haben wir jetzt nicht die vertrauens leute Strukturen die man sich in der automobilindustrie so vorstellt aber andere Formen gewährschaftlichen Einsatzes im Betrieb sein.

00:22:40: Wichtig ist jedenfalls, dass es wirklich ein Betriebsrat ist der Rückgrat hat, der Haltung hat ,der klar auf der Seite der Kolleginnen und Kollegen steht in dieser Haltung dann Betriebspolitik macht indem er die Leute einbindet beteiligt zusammen mit der Gewerkschaft durch den Betrieb geht das Gespräch sucht und dann gute Lösungen findet die natürlich auch mal ein Kompromiss sein müssen.

00:23:02: Klar das gehört dazu aber Das kann dann auch ein vernünftiger Kompromiss sein.

00:23:07: Genau, und das ist natürlich was Mitbestimmung ist Interessensvertretung aber natürlich sind die Arbeitsbeziehungen auch genau dass.

00:23:16: am Ende läuft es eben auf Kompromisse hinaus bei jeder Tarifverhandlung bei jeder Betriebsvereinbarung Und ich habe das Gefühl Echt zunehmend schwerer wird, im politischen Raum Kompromisse zu verteidigen.

00:23:28: Dabei kann es seltsam ja ohne nicht funktionieren.

00:23:31: Das Frage.

00:23:31: nur ist das ein guter oder ein fauler Kompromiss?

00:23:33: Das ist immer die Frage.

00:23:35: Im Betrieb

00:23:35: würde ich sagen, ist das eine sehr gutes Beispiel dafür wie Kompromüsse funktionieren können.

00:23:41: wenn als Betriebsräte die Haltung und Rückgrat haben

00:23:44: Das läuft ja auch in diesen punktkollektive Erfahrungsräume schaffen mit rein, weil er dann erst wenn auch Erfolge da sind quasi der geschaffen wurde also manuale Dasezten und Reden.

00:23:55: Dann ist das wahrscheinlich auch eher frustrierend und es ist vielleicht auch so ein bisschen der Punkt dass damit's gut ist muss es halt auch wirklich richtig gut sein und dafür wie du ja eben schon gesagt habt braucht es dann auch die Kooperation.

00:24:08: Also kollektive Erfahrungsräume zu schaffen, so haben wir das formuliert ist eben im Betrieb sehr gut möglich.

00:24:15: Das hat Bettina ja eben schon dargestellt und wir können es aber auch über den Betrieb hinaus ausweiten indem wir zum Beispiel sowas in einem Ort machen indem wir Belegschaften Vertrauensleute-Betriebsräte in einem Ort mit über mehrere Betriebe hinaus vernetzen.

00:24:29: Wenn wir sie in den Austausch bringen und uns dann klar wird, Mensch wer arbeiten irgendwie an ähnlichen Themen?

00:24:35: Wir haben ähnliche Herausforderungen!

00:24:37: Wir haben alle irgendwie wie finden zu wenige Auszubildende.

00:24:40: Vielleicht können wir über die Betriebel zusammenarbeiten weil uns das alle angeht, weil wir zum Beispiel Betrieben im ländlichen Raum haben wirklich ein Problem auszubildenden zu finden.

00:24:50: und da macht es total Sinn wenn man nicht für sich alleine da so hinten vorstellt, sondern sich mit anderen Belegschaften austauscht und vielleicht zum Beispiel überlegt kriegen wir irgendwie das hin dass wir im Verbund eine Ausbildung anbieten oder uns einfach etwas überlegen wie wir gemeinsam dieses Thema angehen können.

00:25:08: Und diese Austauschen, dieses Schaffen und diese Ergebnisse schaffen dann einfach so einen kollektiven Erfahrungsraum, dass man mit dem Problem nicht alleine ist und dass es Möglichkeiten gibt daran zu kommen.

00:25:20: die IG Metall und natürlich auch alle anderen Gewerkschaften, haben halt die Kapazität und die Power diese Belegschaften miteinander zu vernetzen und in den Austausch zu bringen.

00:25:30: Ja auch mit der Politik im Grunde weil wenn man da über Strukturmaßnahmen redet, die es vor Ort braucht dann spielt ihr ja da auch sehr stark mit.

00:25:40: Es gibt eine ganze Reihe von Dingen auf die wir natürlich wenig Einfluss haben oder auch gar keinen Einfluß haben, Themen auf die eine einzelne Belegschaft oder einen Betriebsrat kaum einen Einfluchs hat.

00:25:51: Also beispielsweise wie der ÖPNV in meiner Gemeinde organisiert ist jetzt nicht in der Macht des Betriebesrats von Betrieb XY, der aber darunter leidet dass die Anbindung schlecht ist und dadurch vielleicht zum Beispiel weniger Leute sich in den Betrieb bewerben oder es schwierig ist in dem Betrieb zu kommen oder sonst irgendetwas.

00:26:09: Und da macht es natürlich Sinn wenn man dann auch lokal Bündnisse schließt mit anderen Belegschaften, mit anderen Betrieben um gemeinsam an die Gemeinde heranzutreten und zu sagen wir brauchen hier eine andere Verkehrsplanung.

00:26:20: Wir brauchen hier einer anderen Buslinie die da eine Haltestelle hat damit die Kollegen bei uns in den Betrieb kommen können oder Jugendliche die noch keinen Führerschein haben irgendwie zu uns zur Ausbildung kommen können.

00:26:30: also da wirklich auch aktive Politik im Bündnis vor Ort zu machen das macht total Sinn.

00:26:37: Dann habt ihr noch das Themenspektrum Vertrauensleute aufgemacht.

00:26:41: Vielleicht können wir ganz kurz erklären, was Vertrauenzleute überhaupt sind und warum da die Strukturen neu gedacht werden sollen?

00:26:48: Ja also Vertrauungsleute kann man glaube ich etwas unterschiedlich verstehen ist glaube ich ein offenes Konzept.

00:26:53: es sind erstmal engagierte Gewerkschafterinnen und Gewerksamter die sich in der Regel auch über uns in irgendeiner Form regelmäßig einbringen Ein wenig geschult sind da drin, als Multiplikatoren im Betrieb wirksam zu werden.

00:27:07: Das ist ganz wichtig weil der Betriebsrat ansonsten völlig überlastet wäre wenn nicht Vertrauensleute ihnen auch Arbeit abnehmen und das Ohr an der Belegschaft haben Themen an den Betriebesrat herantragen, an die Geschäftsstelle herantragen.

00:27:21: also wir brauchen diese Leute die da aktiv sind uns auch Impulse geben in verschiedene Richtungen und auch als Multiplikatoren wirken.

00:27:29: Das können dann sehr starke Strukturen sein, die gewählt werden und dass man irgendwie Vertrauenskörperleiter gibt und so oder in der Automobilindustrie.

00:27:37: aber wir haben in der Windkraft eine andere Problematik.

00:27:40: Wir sind hier an der Nordsee Und Bremerhaven und insbesondere Kuchsharfen ist ein wichtiger Hafen für die Offshore Windkraft.

00:27:47: Das heißt, für die Windparks draußen in der Nordsee.

00:27:50: Die arbeiten völlig anders als im Industriebetrieb in Wolfsburg zum Beispiel wo jeden Tag um drei Schicht Betrieb rein- und rausgehen.

00:27:58: Insofern brauchen wir da ganz andere Strukturen wie sie sich treffen können oder vernetzen.

00:28:05: nutzen wir ganz simpel zum Beispiel das Medium von Videokonferenzen, weil anders kriegen wir unsere Vertrauensleute gar nicht zusammen wenn die draußen auf See auf einem Windrad gerade Pause machen.

00:28:16: und das müssen wir halt neu entwickeln.

00:28:18: also da sind wir dran.

00:28:19: Die bauen wir auf.

00:28:20: aber dann müssen wir ja halt anders denken als wir das in einem Dreischicht Industriebetrieb manchmal denken.

00:28:25: Ich weiß ja nicht, wie es dir geht Bettina.

00:28:27: Aber wenn ich das alles so höre dann habe ich den Eindruck da reden wir schon auch darüber dass Menschen Ressourcen brauchen sei es zeitlich oder auch strukturelle Ressoursen.

00:28:38: also das ist ja genau das worum gerade so heftig auch gestritten wird im Grunde

00:28:44: klar.

00:28:45: also Demokratie braucht auch Zeit.

00:28:48: tatsächlich hat ja auch ich glaube das jetzt schon drei Jahre her oder sogar vier aber der Vorschlag der mal entwickelt wurde von Gewerkschaften für ein neues Betriebsverfassungsgesetz.

00:28:58: Es steht ja auch eine Stunde pro Woche für Demokratie drin, aber tatsächlich braucht es natürlich auch Energie und ich könnte mir auch vorstellen dass da wo der Druck besonders groß ist eher schwerer ist, diese Erfahrungen zu organisieren die dann am Ende Demokratie stärkend wirken wie zum Beispiel Selbstwirksamkeit.

00:29:17: Also insofern ja ich glaube wenn wir einfach Beschäftigten immer mehr Ressourcen wegnehmen schade das am ende wirklich allen und es zeigt auch nochmal wie wichtig Es ist dem Betrieb wirklich ein Ort zu begreifen, in den Aushandlungsprozesse stattfinden.

00:29:31: Aber das müssen dann auch Aushandungsprozisse sein bei denen man sich eben auf Augenhöhe begegnet und wie wir eben schon gesagt haben zu einem Kompromiss findet aber eben nicht einfach über die Bedürfnisse und Ansprüche von Beschäftigten komplett hinweg geht.

00:29:45: Und im Moment geht die Debatte ja genau darum Legitime Ansprüchen von Beschädigten was das bedürfnis nach Zeit Nach Ruhe nach Erholung angeht infrage zu stellen und die rechtlichen Grundlagen dafür auch auszuhöhlen.

00:29:59: Diese Ressourcenfrage ist wirklich virulent, das merken wir insbesondere in Kleine- und Mittelbetrieben.

00:30:05: diese Geschäftsstelle hier hat praktisch nur kleine und mittel Betriebe.

00:30:08: es gibt nur einen einzigen Betrieb der mehr als ein tausend Beschäftigte hat und entsprechend wenig freigestellte Betriebsräte.

00:30:14: Das ist so ein plastisches Beispiel dafür wo die ressourcen fehlen wenn natürlich im betriebsrat mehr Freistellung hat dann kann er nochmal ganz anders agieren Unsere Kolleginnen und Kollegen darin ermächtigen sich diese Ressourcen anzueignen.

00:30:28: Sich diese Ressen zu schaffen, Freistellungen durchzukämpfen aber auch für unsere Vertrauensleute Räume und Ressoursen und Kapazitäten zu schaffen ihre Arbeit zu machen.

00:30:37: Und das geht eben... Das ist nicht leicht!

00:30:39: Das ist auch ein Weg.

00:30:41: da müssen wir als IG Metall, also als Geschäftsstelle, als Gewerkschaft den auch Rückenwind liefern und sie bestärken da drin.

00:30:47: Und wir müssen Konflikte gewinnen, in denen sich diese Ressourcen dann aneignen.

00:30:52: Das geht wirklich nur über praktisches Handeln indem man solche Sachen durchsetzt.

00:30:56: das fängt ganz simpel dabei an dass man durchsätzt Anwälte oder Sachverständige selbstverständlich im Betriebsrat hinzugezogen werden, weil ein Betriebesrat ohne Freistellung die alle noch einen Job haben, die alle irgendwie arbeiten müssen kann sich fachlich und inhaltlich manchmal nicht so tief einarbeiten.

00:31:14: Und dann braucht es eben Sachverständigen.

00:31:15: Diesen Kampf erstmal zu führen und zu sagen nein wir holen uns jetzt hier den Sachverständig und ja der kostet Geld das muss der Arbeitgeber bezahlen da müssen wir durch und dann haben wir aber enorm andere Sourcen gewonnen.

00:31:25: Ich sehe tatsächlich und das ist für uns ja auch schön, was wir in unseren Daten sehen.

00:31:32: Was ja immer durch die standardisierten Erhebungen wie zwar viele Leute fragen, aber natürlich nicht so tief in den einzelnen Betrieb reingucken können.

00:31:40: Aber dass da schon sich deckt mit dem, was du berichtest.

00:31:42: Deshalb gehe ich jetzt mal davon aus, dass wir irgendwie auf der richtigen Spur sind.

00:31:47: Das ist ja auch mal schön!

00:31:48: Ja absolut.

00:31:49: und wir haben im Land Bremen zumindest noch eine Besonderheit.

00:31:53: Wir haben die Arbeitnehmerkammer, die gibt es ansonsten nur noch im Saarland und das ist auch eine Institution ein Ort der uns unseren Betriebsräten ressourcen verschafft und anstatt sozusagen wie wir das eben mal kurz angerissen haben politische Debatten über irgendein Irrsinn zu führen, wie dass man irgendwelche Krankschreibungen jetzt nicht mehr per Telefon machen kann oder so.

00:32:16: Was jetzt einfach kein Problem ist?

00:32:18: Also es ist einfach faktisch das Problem existiert nicht.

00:32:21: Wäre es viel interessanter sozusagen was können wir denn eigentlich machen um Ressourcen zu stärken und da wären zum Beispiel sowas wie eine Arbeitnehmerkammer etwas was unsere Ressoursen diejenigen der Kolleginnen Kollegen stärken würde.

00:32:32: Ich habe mir einen Punkt für den Schluss aufgehoben, weil er so ein bisschen kontraintuitiv ist vielleicht auch in der gesamten Liste.

00:32:39: Ich ihn aber gerade deswegen sehr interessant finde.

00:32:43: Ihr habt einfach gesagt man muss auch Gefühle zulassen?

00:32:46: Wie meint ihr das dann?

00:32:47: Lassen wir keine Gefühlen zu?

00:32:49: Also wir neigen vielleicht manchmal dazu... Kolleginnen und Kollegen, vor allen Dingen aber außerhalb von Gewerkschaften glaube ich, neigen wir dazu in der Gesellschaft Menschen ihre Gefühle abzusprechen.

00:33:01: Also denen so nach dem Motto zu sagen ja du kannst doch jetzt nicht wütend sein das war jetzt Quatsch!

00:33:06: Aber manchmal muss man wütends sein.

00:33:08: es ist völlig in Ordnung wütent zu sein.

00:33:10: Es ist völlig In Ordnung sich darüber zu empören dass irgendwie die onehundertsebeneundfünfzigste Software in den Betrieb eingeführt wird und wieder nicht funktioniert dass wieder die Abrechnung in der Buchhaltung wegen einem Softwarefehler falsch sind.

00:33:23: Ich darf mich darüber aufregen, das ist völlig okay!

00:33:26: Das darf ich den Kolleginnen und Kollegen nicht absprechen sondern da kann ich sagen... ...ich kann das verstehen?

00:33:30: Ich kann es wirklich verstehen, dass du dich darüber aufregst, das gibt's doch nicht.

00:33:34: Lass uns angehen und lass uns diesen Scheiß

00:33:37: ändern.".

00:33:38: Damit wären wir am Ende der Folge.

00:33:40: Vielen Dank für das Gespräch bei Tina Kohlrausch & Felix Kröll.

00:33:43: Danke euch.

00:33:44: Danke dir.

00:33:46: Vielen dank

00:33:46: Und wenn ihr dazu noch ein paar Gedanken habt, dann sendet sie uns an systemrelevantatböckler.de Hinweise Korrektoren, Unmut und Anregungen dorthin.

00:33:54: in den Schurnouts findet ihr die Liste der sozialen Netzwerke sowie unsere weiteren Podcasts, deren haben wir zwei!

00:34:00: Wir freuen uns natürlich sehr, wenn ihr uns mit einem Podcatcher eurer Wahl abonniert und keine Folge verpasst.

00:34:05: Die besprochenen... Themen haben wir euch in den Schernots verlinkt.

00:34:10: Dort findet ihr dann auch den Text von Felix Greul, dem er jetzt hier im Podcast auch besprochen hat sowie natürlich die WSI Mitteilungen und unserem Podcast.

00:34:20: Warum Stockt die Transformation?

00:34:21: Also dem WSI Habsburg.

00:34:23: In dem Sinne euch eine schöne Zeit und bis nächste Woche.

00:34:25: Tschüss!

00:34:25: Das war

00:34:31: Systemrelevant.

00:34:32: Fakten

00:34:33: für

00:34:33: eine demokratische und

00:34:34: nachhaltige Wirtschaft.

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