Homeoffice: Zwischen Misstrauen und Zukunftsmodell

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00:00:03: Systemrelevant,

00:00:04: Fakten

00:00:04: für eine demokratische und nachhaltige

00:00:07: Wirtschaft.

00:00:14: Du bist Direktorin des WSI, dem Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut der Hans-Böckler Stiftung.

00:00:37: Und Helge Emler?

00:00:38: Hallo Helge!

00:00:39: Hallo!

00:00:40: Du bist Leiter des Referats WSI Datenzentrum im WSI also den Wirtschafts und Sozial wissenschaftlichem Institut.

00:00:51: Ich könnte mir vorstellen, dass die ein oder andere Kollegin bestreiten würde.

00:00:55: Dass ich daher aller Daten bin was bei mir zusammenläuft sind alle Daten die wir erheben ja verschiedene Datensätze.

00:01:03: Wir haben ein Projekt zu Lebenslagen, wir haben unsere Betriebsrätebefragung seit fast dreißig Jahren und natürlich die Erwerbspersonen-Befragungen.

00:01:12: Also diese Daten laufen bei mir zusammen.

00:01:14: Ich archiviere sie, ich bereite sie auf und sorg dafür dass die KollegInnen, die diese Daten haben und nutzen möchten auch an diese herankommen.

00:01:25: Ja, aller Daten finde ich tatsächlich einen sehr schönen Titel.

00:01:28: Da würde ich mich auch fast bewerben.

00:01:31: Aber vorweg wie immer der Hinweis dass ihr uns erreichen könnt per E-Mail an systemrelevantatbugglad.de also Hinweise Korrekturen und Mutton Anregungen bitte einsenden in den Schoen.

00:01:40: uns findet ja die Liste des sozialen Netzwerkes sowie unsere weiteren Podcasts, deren haben wir zwei Und wir freuen uns natürlich sehr wenn ihr es in deinem Blockcatcher-Aufwahl abonniert und somit keine Folge verpasst.

00:01:50: Das Home Office, ich glaube das ist eines der emotionaleren Themen kann man sagen.

00:01:55: Es kann viel Sinn ergeben, erzeugt aber auch sehr viel Skepsis denn Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer machen ja nicht nur gerne krank sondern sobald sie nicht mehr im Blicke hat tun Sie auch nichts weiß jeder.

00:02:07: also zumindest sind die Ängste mancher Manager da sehr hoch.

00:02:12: Und wir wollen uns heute der Sache nähern über eine Studie, die Helge gemacht hat und die basiert auf den Daten Bettina der Erwerbspersonen Befragung.

00:02:20: Die haben ja schon länger nicht mehr hier gehabt oder?

00:02:23: Das stimmt genau!

00:02:24: Auf den Daten der Erwärmspersonenbefragungen.

00:02:27: das ist ja unser großes Erwerbsperson-Panel.

00:02:30: Das heißt wir befragen alle Menschen, die potenziell dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen könnten.

00:02:40: Jetzt müsste Helge mir tatsächlich sagen, bei welcher Welle wir sind.

00:02:43: Ich weiß es nicht mehr!

00:02:44: Es sind sehr viele.

00:02:46: und was?

00:02:47: ein Panel bedeutet ja dass man dieselben Personen immer wieder befragt.

00:02:50: Und das ist natürlich total spannend weil man dadurch sehr gut Entwicklung nachvollziehen kann und aufzeigen kann und wir leben ja nun wirklich in bewegten Zeiten.

00:03:00: Das heißt dieses Erwerbspersonen-Panel ist obwohl's gar nicht unbedingt so angelegt ist auch ein Krisenmonitor geworden weil anders als wir dachten, nicht die Corona-Pandemie vorbei ist und dann ist die Krise vorbei sondern auf die Corona Pandemie folgte der Ukraine Krieg folgten Teuerungen und Energiekrisen so dass die Menschen einfach auch in vielerlei Hinsicht belastet sind.

00:03:23: Und all das können wir gut abbilden mit der Wertperson befragen aber wir können eben auch gucken wie sich ihre Arbeitsweise verändert.

00:03:29: was uns natürlich interessiert.

00:03:30: und ein ganz zentraler Aspekt und tatsächlich auch würde ich sagen eine der Dinge die Corona wirklich in der Arbeitswelt nachhaltig verändert hat, ist tatsächlich das Home Office Unions helles Forschung und Ergebnissen vor weggreifen zu wollen.

00:03:44: So Helge jetzt will ich es aber noch wissen.

00:03:46: welche Welle haben wir denn bei der Erwärbspersonen Befragungen?

00:03:49: Fünfzehnmal

00:03:50: haben wir damals die gleichen Personen befragt und wir stehen jetzt kurz vor Welle Sechzehn.

00:03:56: Wir sind so bei einer Taktung dass wir einmal im Jahr unsere Person wieder mit anderen neuen Befragen erfreuen Und im November soll es weitergehen.

00:04:05: Das heißt, wir fragen immer die gleichen Personen und ab und zu ziehen wir auch mal ein paar neue nach.

00:04:10: Das wollte ich dich gerade fragen weil da gehen noch die Ersten schon an Rente.

00:04:14: Bettina hat das ja bereits gesagt, gerade in den Jahren zwei tausend zwanzig bis zweitausend dreinzwanzig.

00:04:21: Da folgt der Krise auf Krise.

00:04:23: nicht dass jetzt besser wäre aber da waren natürlich immer ganz viele Ad hoc-Themen zu befragen Erster Lockdown, zweiter Lockdown.

00:04:30: New Normal, Energiepreiskrise.

00:04:32: Da war die Taktung deutlich höher.

00:04:34: mittlerweile, da sind wir zeitlich ein bisschen runtergefahren, fragen wir einmal im Jahr.

00:04:39: Zwei-Tonzwanzig zum ersten Lockdown war tatsächlich die erste Befragung.

00:04:43: Tatsächlich ist es aber gar nicht so dass unsere Fallzahlen so sehr in die Knie gehen wie das bei anderen Panels der Fall ist also... Von diesen ursprünglich acht tausend Befragten, die wir zum ersten Lockdown, zwei Tausend zwanzig also im April kontaktiert haben, kriegen wir immer noch locker die Hälfte.

00:05:02: Immer wieder zusammen und das sind auch gut drei tausende Personen, die ja nahezu allen Wellen teilgenommen haben.

00:05:10: Und da spielt die Befragerung ihre Stärke aus.

00:05:13: dadurch dass wir immer die gleichen Person befragen können wir natürlich auch sehr gute Entwicklungen demonstrieren.

00:05:19: Also ihr seht Helge hat die Daten im Griff.

00:05:22: Der Titel Herr der Daten ist da nicht so ganz von ungefähr, aber kommen wir mal zu dem Report Helge den du verfasst hast.

00:05:28: Wie hat sich denn die Home Office Nutzung über die Zeit entwickelt?

00:05:32: Wenn ich mich so aus einem Stegreif erinnern müsste Ich glaube mit Corona gab es erst den richtigen Schub.

00:05:37: Da wurde der deutschen Wirtschaft erst klar dass es sowas gibt wie ein Home Office.

00:05:41: Das ist richtig.

00:05:43: Wir haben im Grunde vor der Corona-Pandemie war das ein sehr, der vereinzeltes Phänomen.

00:05:48: Natürlich gab es selbstständige Soloselbständige die von zu Hause gearbeitet haben und natürlich auch die einen oder andere Arbeitnehmer in dieses sage mal Privileg genießen konnte.

00:06:00: explodiert sind die Fallzahlen tatsächlich erst zum ersten Lockdown.

00:06:05: so.

00:06:05: jetzt würde meine Kollegin Elke Alas mir allerdings sofort sagen ja da stimmt zwar also diesen Anstieg der Fallzahlen im Homeoffice, den sieht man tatsächlich zum ersten Lockdown und nicht vorher.

00:06:15: Das wäre allerdings gar nicht möglich gewesen wenn sich nicht einerseits die technischen Bedingungen bereits vorher entwickelt hätten, also ich denke da an Dienstlaptops und Internetzugänge, an Diensthandys.

00:06:28: Aber vor allem auch die institutionellen Rahmenbedingungen.

00:06:31: Ich meine von zwei tausend neunzehn ist unsere Betriebsvereinbarung zum Home Office in der Hans-Böckler Stiftung, die es damals erstmals unterzeichnet worden so als hätten die Betriebsparteien die Pandemie vorausgesehen?

00:06:45: Also das war im Grunde die Voraussetzung dass das überhaupt möglich war und dass man so schnell reagieren konnte.

00:06:52: So jetzt war es natürlich auch so, dass zum ersten Lockdown vermutlich auch viele ins Home Office gedrängt wurden oder die im Home Office arbeiten mussten, die das gar nicht wollten oder deren Tätigkeit sich nicht dafür eignete.

00:07:06: also sobald's wieder möglich war ich glaube das war der Sommer nach dem ersten Lock Down da haben sich die Zahlen des Home Offices ich sag mal grob auf etwa ein Viertel bis ein Drittel eingependelt Also derjenigen die halbwegs regelmäßig im Homeoffice arbeiten und daran hat sich seitdem auch gar nicht so viel verändert.

00:07:26: Im ersten Corona Winter da gab es nochmal einen Anstieg, weil damals auch die Infektionszahlen hoch ging und noch kein Impfstoff zur Verfügung stand.

00:07:33: aber seit dem stehen wir eigentlich relativ stabil bei dieser Zahl mit einer Besonderheit.

00:07:40: Zuletzt gibt es ich sag mal weniger Extremfälle.

00:07:43: Das heißt also es gibt weniger Personen, die gar nicht im Homeoffice arbeiten.

00:07:47: Es gibt weniger Menschen, die ausschließlich im Home-Office arbeiten und mehr sogenannte Hybridmodelle.

00:07:54: Das heißt das pendelt sich stärker bei den zwei bis drei bis vier Tagen pro Woche Homeoffices ein, die man auch glaube ich aus seinem Umfeld so kennt.

00:08:04: Also wenn ich mich recht erinnere Bettina war es doch damals auch so mit Corona, dass dann festgestellt wurde naja so ein Homeoffice hat ja auch gewisse Anforderungen.

00:08:13: Ja klar!

00:08:13: Da kannst

00:08:14: du dich nicht einfach in die Küche aus einem Stuhlsitz ein Laptop auspacken.

00:08:18: da kommt dann schon irgendwie der Arbeitsschutz und sagt stopp mal das ist jetzt aber kein Arbeitsstuhl hier sondern da muss schon bisschen anders sein usw..

00:08:26: Deshalb bei Homeoffice gibt es ja eigentlich arbeitsrechtlich gar nicht, ne?

00:08:30: Es gibt mobile Arbeit und es gibt Telearbeit.

00:08:32: Aber trotzdem ist Mobile Arbeit natürlich... Trotzdem ist das Home-Office was womit jeder eine Situation verbindet in der er zu Hause arbeitet oder sie Zuhause arbeitet.

00:08:42: Und natürlich stellen sich dann die Fragen wie sieht eigentlich der Arbeitsschutz aus?

00:08:47: Im Büro gibt es ganz strenge Anforderungen danach Wie man sitzen darf wieder schreibtisch gestellt sein muss usw.

00:08:53: Das sind natürlich Fragen die dann auch erst mal Also sich neu gestellt haben, als diese große Menge in der mobilen Arbeit oder im Homeoffice gearbeitet hat.

00:09:02: Und was wir auch gefunden haben, also wie das in der Pandemie uns die Qualität mal angeguckt haben ist dass Menschen, die im Home Office gearbeitet haben schon stark über Entgrenzung geklagt haben.

00:09:15: Das war natürlich in der Pandemie wenn zuerst auch noch Kinder zu Hause waren nochmal... eine besondere Situation, aber dass die Leute nicht mehr genau sagen konnten wo fängt eigentlich Arbeit an und hört das Privatleben auf.

00:09:28: Und umgekehrt.

00:09:30: ja also man arbeitet man macht kurz die Wäsche Man macht eben dem Kind das Mittagessen während der Pandemie macht nebenbei noch Homeschooling.

00:09:38: Das ist natürlich ne extreme Vermischung von Arbeit und Leben Die auch ungesund ist.

00:09:43: und deshalb ist eben schon die Frage auch wie organisiert man auch im Homeoffice Arbeit so, dass Recht auf Pausen, recht auf Nicht-Erreichbarkeit und all diese Themen gewährleistet ist.

00:09:55: Ich glaube es war eine der ersten Pressemitteilungen die wir zum Homeoffice öffentlich haben und dazu gab's natürlich ein klassisches Begleitbild.

00:10:03: da saß jemand ganz entspannt vor seinem Laptop gefühlt an einem zweimal drei Meter Schreibtisch in einer modernen Wohnung Und dann war er natürlich an seinem Laptop, hat seinen Kaffee getrunken und darauf erreichten uns wütende Anrufe wie wir denn das Home Office darstellen.

00:10:19: Wir haben da diese moderne Büroarbeitskultur ganz entspannt im Home Office und die Realität bei den Leuten sieht so aus dass sie in einer kleinen Nische am Dachboden bei thirty-eight Grad sitzen und Kinder springen um sich herum.

00:10:32: Ja, also dass man damals natürlich auch erstmal eine Vorstellung davon entwickeln musste.

00:10:38: Wie sieht es eigentlich bei den Leuten zu Hause aus?

00:10:40: Haben die eigentlich in der Infrastruktur überhaupt vernünftig von Zuhause zu arbeiten?

00:10:45: und gerade natürlich als die Kitas geschlossen waren da kann sich das jeder vorstellen, dass das jetzt nicht unbedingt die Wohlfühle-Atmosphäre war.

00:10:53: Gut mit dem Bild im Kopf, das können wir ja mal verbinden mit der Frage wer sitzt denn in so einem Homeoffice?

00:11:00: Es ist tatsächlich so, dass das ein Phänomen ist.

00:11:03: Das sehr stark.

00:11:05: Ich glaube wenn man eine Variable einmerkt mal raus suchen müsste, dass denjenigen gemeinsam ist die mehrheitlich im Home Office sitzen.

00:11:13: dann ist es der Hochschulabschluss.

00:11:15: Personen mit der Qualifikation eines akademischen Abschlusses sind sehr sehr viel häufiger im Homeoffice und ich glaube es gibt nahezu keine Informationen, die so stark hervorsticht.

00:11:26: Natürlich darüber hinaus gibt es noch gewisse Branchen.

00:11:30: auch da treffen glaube ich die allgemeinen Vorstellungen wie man so hat IT Finanzwesen solche Branchen die treten daher vor.

00:11:40: und schließlich ist es noch ein Phänomen das tatsächlich in den alten Bundesländern verbreiteter ist als in den neuen Bundesländern.

00:11:49: Und wo ich das gerade gesagt habe, zwei Besonderheiten bei den Personen mit akademischen Abschlüssen ist das minimal rückläufig?

00:11:58: Ich würde mal sagen, dass Home Office bei Hochqualifizierten häufig von sagen wir mal vier auf drei Tage die Woche oder drei auf zwei zurückgeht.

00:12:07: und die neuen Bundes Länder doch die holen doch deutlich auf

00:12:10: Ja gut, man muss ja dazusagen dass glaube ich so ein Home Office auch eine gewisse Grundvoraussetzung hat.

00:12:15: Also wenn ich im Lager arbeite ist es eher schwieriger die Arbeit in einem Home Office zu verlegen.

00:12:20: Wenn ich im Einzelhandel bin zum Regelfall muss sich da auch sein auf wenn's sicherlich Situationen gibt wo man das aufbrechen kann mit Onlineversand und so weiter.

00:12:28: aber da muss quasi zwangsläufig auch ne gewisse Spaltung drin sein.

00:12:33: Da würde ich ein Ja aber hinzufügen.

00:12:37: Tatsächlich ist das so, natürlich unterscheiden sich die Tätigkeiten in verschiedenen Branchen und auch entlang der Qualifikationsgruppen dahingehend wie sehr sie sich fürs Homeoffice eignen.

00:12:49: deshalb haben wir tatsächlich im Laufe der Erwerbspersonen Befragung eine Frage hinzugefügt und zwar diejenige ob sich denn die Tältigkeit der entsprechenden Person für das Homeoffices eignet.

00:13:02: Da gibt es natürlich gewisse Voraussetzungen.

00:13:04: Man muss dem schon vertrauen, wenn Leute sagen meine Tätigkeit eignet sich dafür oder nicht aber mal vorausgesetzt indem das so fürbare Münze was die sagen.

00:13:14: dann beobachten wir auch darüber hinaus dass selbst unter denjenigen deren Tätigkeiten sich dafür eignets den Personen mit akademischem Abschluss häufiger dieses Angebot zum Home Office unterbreitet wird als Person ohne solchen Abschluss.

00:13:30: Also es geht über die Eignung der Tätigkeit hinaus.

00:13:34: Das

00:13:34: wäre interessant!

00:13:35: Was ist denn das Bettin?

00:13:36: Hast du so eine Art Diskriminierung?

00:13:38: Wenn Leute nicht im Homeoffice arbeiten dürfen, obwohl sie können...

00:13:42: Na ja also gerade wenn's drum geht, der einer ist Akademiker, die andere nicht.

00:13:48: Machen wir den gleichen Job und der eine kriegt es angeboten auf die andere Nichts.

00:13:53: Sehr interessante Korrelationen die man da hat

00:13:57: Das stimmt, also ich meine wir wissen es generell dass das Potenzial nicht ausgeschöpft wird und auch teilweise gegen den Willen der Beschäftigten.

00:14:04: Und ich kann mich schon vorstellen Wir wissen ja auch sonst, dass abhängig von der Erwerbsposition Menschen unterschiedlich viel Autonomie haben und unterschiedlich stark kontrolliert werden und Kontrolle in den unteren Erwerbspositionen größer ist.

00:14:18: und das kann natürlich auch damit zusammenhängen Dass es auf Seiten Personal verantwortlichen für diese Gruppe, dass es da den Glauben gibt.

00:14:25: Man bräuchte dann größeres Maß an Kontrolle.

00:14:28: also ich war ja während der Pandemie wirklich auch in vielen so Talk-Sendungen zu Home Office.

00:14:33: das ist jetzt auch anekdotische Evidenz aber ich fand das schon sehr auffällig.

00:14:37: Also dann haben immer die Leute angerufen, die entweder im Home Office arbeiten oder die eben verantwortlich waren für Beschäftigte im Home office.

00:14:44: und es gibt schon ein großes Grundmisstrauen, dass die Leute nicht genügend arbeiten wenn sie im Homeoffice sind was sich eigentlich aus der Empirie nicht belegen lässt, die es zu dem Thema gibt.

00:14:55: Man kann auch im Büro gut nicht arbeiten.

00:14:57: also ich glaube das ist ein Führungsthema ohne Frage.

00:15:01: aber dass die Leute automatisch mehr arbeiten wenn sie vor Ort sind finde ich ein sehr altbackendes Verständnis von Führungen und Organisationen habe sicher sagen, dass das eine der Gründe ist warum es Misstrauen gibt von Seiten der Arbeitgeber gegenüber dem Home Office und ich könnte mir auch vorstellen.

00:15:17: Ich finde es plausibel, dass da die unteren Beschäftigtengruppen stärker trifft dieses Misstrauern weil sie in der Regel ohnehin ein geringeres Maß an Autonomie haben.

00:15:28: Du musst grad ein bisschen lachen, weil das ja dann so die Logik.

00:15:31: Ja, da sitzen die zwar im Büro aber dann ist immer in der Haushalt nicht erledigt wenn sie nicht arbeiten.

00:15:38: Aber ihr habt ja hell genug eine ganz interessante Erkenntnis im Sinne von was es eigentlich, wenn die Leute weniger im Homeoffice arbeiten als sie gerne möchten?

00:15:49: Sogenannter Miss-Match Was passiert denn dann?

00:15:54: Das kann man glaube ich zu sagen.

00:15:56: auf jeden Fall wir haben Das ist auch eine Ausdifferenzierung, die wir uns erst im Rahmen unserer Befragungsgestaltung erarbeiten mussten.

00:16:04: Dass wir diese Informationen wie lange wollen?

00:16:06: Die Leute denn eigentlich im Homeoffice arbeiten gerne gehabt hätten und dann nach und nach an den Fragen gefeilt haben Und jetzt haben wir das im Grunde fast stundenweise, dass wir wissen, wie viele Stunden arbeiten die Leute im Home Office und wie lange würden sie denn gerne im Home office arbeiten?

00:16:22: So diese Information haben wir inzwischen und können natürlich alle Formen von Differenzen ermitteln.

00:16:27: Grundsätzlich kann man erstmal sagen, im Schnitt ist es so dass die Leute tatsächlich ich glaube es sind sechs Stunden oder bei Vollzeitbeschäftigten dann etwas mehr als ein halber Tag im Snitt den sie weniger arbeiten.

00:16:40: Im Homeoffice arbeiten als Sie gerne möchten vorausgesetzt ihre Tätigkeit eignet sich auch dafür und das beobachten wir erst mal.

00:16:48: also da gibt's eine Allgemeine Diskrepanz, die auch nicht riesig ist.

00:16:53: Wir können dann beobachten dass die Personen, die wir befragen überhaupt keine, wie das manchmal aus der dargestellt wird von Live-Live Balance und ähnlicher Polemik die Rede isst, dass sie Leute völlig überzogene Vorstellungen haben.

00:17:05: also das ist nicht so, dass sich ihre Stelle gar nicht dafür eignet ihr aber trotzdem jeden Tag zu Hause sein möchten?

00:17:11: Nein nein!

00:17:11: Das ist bei den meisten so... Dass die vielleicht zwei Tage im Homeoffice sind und stattdessen aber gerne einen dritten Tag hätten weil es ihre Stelle zulässt, weil sie zu Hause gut arbeiten können und als möglicherweise die Betreuungssituation nicht anders ermöglicht.

00:17:27: Vorhin wurde bereits angedeutet Homeoffice ersetzt keine Kinderbetreuung.

00:17:32: Die Leute wollen wahrscheinlich nicht ihre Kinder zu Hause betreuen, aber es ist natürlich auch immer so das Präsenzzeit im Büro und dass in zunehmendem Maße mit Pendelzeiten verbunden ist.

00:17:42: Also jetzt mal aus dem Wehkästchen geplaudert!

00:17:44: Mein Kindergarten der Kindergarte meiner Tochter eröffnet von sieben bis sechzehn Uhr ist kein Problem.

00:17:50: wenn ich jetzt jeden Tag noch die komplette Pendelzeit auf mich nehmen müsste wäre es aber schwierig ne?

00:17:54: Das Kind um sieben Uhr hinbringen zur Arbeit fahren und irgendwie wieder zurück sein und das abholen.

00:18:00: Also es geht im Grunde um kleine Differenzen.

00:18:03: Es geht nicht darum, dass die Leute völlig überzogene Vorstellungen haben.

00:18:06: Die meisten haben sehr realistische Vorstellung und die zu ihren Tätigkeiten passt.

00:18:11: So was passiert?

00:18:12: Wenn wir einen Mismatch haben... Wir haben da klassische Informationen, was schon lange diskutiert wird.

00:18:19: Was ich gerade angedeutet habe.

00:18:21: Work-Life Balance Kinderbetreuung oder auch Freizeitgestaltung.

00:18:26: Die wird schwieriger Wenn mir das nicht so ermöglicht wird, dass ich im Homeoffice arbeite wie es für richtig halte.

00:18:33: Zweiter Punkt, das wird auch häufig diskutiert Fachkräftemangel.

00:18:37: also wenn jemand Wirklich dringend Fachkräfte sucht, dann scheint er doch gut beraten zu sein den Beschäftigten so fern keine betrieblichen Gründe entgegen stehen ihren Vorstellungen entgegend zu kommen.

00:18:49: So was jetzt aber neu ist oder bei unseren Daten der Stark zum Vorteil zum Vorschein kam das es eben nicht nur um Work-Live-Bandens geht sondern dass es auch durchaus wirklich an die Substanz geht.

00:19:00: Wenn wir also beispielsweise ein oder zwei Tage weniger zu Hause arbeiten können, als wir es so richtig hielten.

00:19:08: Dann beobachten wir das Personen einen schlechteren Gesundheitszustand angeben und dann beobachen wir ganz stark dass sie von höhere Arbeitsbelastung sprechen.

00:19:19: da muss man bei solchen Daten immer vorsichtig sein.

00:19:22: Das kann man nicht zwingend kausal interpretieren Da müsste man dann noch mal weiter in die Tiefe gehen, aber zumindest diese Gegenüberstellung oder diese Korrelation diesen Zusammenhang beobachten wir.

00:19:34: Und dann scheint es doch geboten zu sein.

00:19:37: ich sage das gerade sofern keine betrieblichen Gründe entgegen stehen und solange wir beobichten Bettina hat es preis angedeutet ne?

00:19:45: Die Empirie, die Studienlage deutet an dass die Produktivität im Homeoffice, im schlimmsten Fall nicht schlechter ist.

00:19:54: Im besten Fall sogar besser ist.

00:19:56: das hängt von der Studie ab die man dazu rate zieht.

00:19:59: dann sollte es doch zumindest keinen besonderen Grund geben den Leuten bei ihren Vorstellungen nicht entgegen zu kommen.

00:20:06: gut was klingt jetzt in der Theorie so Bettina?

00:20:09: aber da wissen wir ja dass die Emotionen die ich am Anfang schon angesprochen habe, dann gerade in den Unternehmen dann doch eher eine andere Richtung gehen.

00:20:17: Also ich hab auch so das Gefühl es gibt einen Verteilungskampf zwischen Sechzig und Schürzig.

00:20:22: Die Arbeitgeber hätten die Leute gerne so sechzig Prozent drin und die Leute würden gern so sechszig Prozent daheim sitzen.

00:20:29: also wenn man das versuchen würde irgendwie in Zahlen zu pressen.

00:20:33: Ich glaube auch ich hab das Gefühl dass ist auch im Zuge dieser alle müssen mehr arbeiten Debatte auch so.

00:20:38: dieses heißt ja Return to Office Initiativen verstärkt gibt.

00:20:42: Das hat Yvonne Lott, vielleicht können wir das hier verlinken auch mal an einem Policy Brief auf Daten der Erwerbspersonenbefragung gezeigt und damit verbindet sich einfach Misstrauen.

00:20:53: Ich kann mir auch vorstellen dass das was ist was neben den zeitlichen Belastungen die eben dazu kommen wenn man pendeln muss Das ist auch etwas, was die Arbeitssituation einfach verschlechtert und so eine Grundunzufriedenheit und Belastungsgefühle erhöht.

00:21:06: Also insofern kann man sich das gut erklären, was der Helge da gefunden hat.

00:21:11: Gleichzeitig finde ich es auch nochmal wichtig also jetzt sind wir wieder dabei zu sagen alle ein bisschen mehr ins Büro.

00:21:17: Während der Pandemie wurden Debatten geführt, ist das das Ende des Betriebs Und das wissen wir aus der Forschung schon auch, dass der Betrieb sozusagen als Räumliche zusammenkommen.

00:21:30: Also ein physischer Ort an dem Menschen zusammenkommen wichtig ist für ganz viel was eben jenseits der ganz konkreten Arbeitsaufgaben die man so abarbeitet während der Arbeit passiert, also sich austauschen informelles Lernen.

00:21:43: All diese Dinge können natürlich auch remote gehen aber passieren eben dann doch über die schnellen Flurgespräche und so weiter.

00:21:50: das heißt wir wollen gar nicht in die Extreme.

00:21:53: aber ich glaube es ist sinnvoll eine Lösung zu finden die nicht gegen die Interessen der Beschäftigten ist.

00:21:59: und gerade wenn man einerseits fordert dass alle mehr arbeiten müssen dann sollte man schon darüber nachdenken was ich nicht teile Aber wir wollen natürlich schon dahin, viele Frauen ja arbeiten auch gerade in Teilzeit.

00:22:10: Ich glaube da ist Homeoffice nicht die Antwort drauf aber es kann Teil einer Antwort sein weil das schon so ist dass Homeoffices die Vereinbarkeit das haben wir auch in unserem Befragung immer gesehen das sagen schon ganz ganz viele befragte Dass die Vereinwahrheit zwischen Familie und Beruf schon erleichtert wird Weil einfach die Pendelwege wegfallen weil man eben auch mal Mittagessen machen kann Einfach vor Ort isst wenn die Kinder, was ja immer noch oft der Fall ist mittags aus der Schule kommen und all diese Dinge.

00:22:40: So dass ich glaube das es einfach total Sinn macht darüber nachzudenken wie man die Interessen beider Seiten da gut in Einklang bringen kann.

00:22:50: und ich glaube die Sorge, dass dann nicht gearbeitet wird oder die Leute sich drücken, die halte ich für unbegründet.

00:22:55: Und das ist glaube ich so ein generelles Kultur des Misstrauens gegenüber Beschäftigten, die in den letzten Jahren die Debatte so bestimmt hat, die glaube ich nicht gut ist.

00:23:06: Nicht gesund und auch nicht fair ist.

00:23:08: Also Bettina erst mal super dass du das ansprichst.

00:23:10: tatsächlich ist es so, dass dieser Miss-Match, das habe ich gerade vielleicht ein bisschen unter dem Tisch fallen lassen ja auch in beide Richtungen geht.

00:23:18: man kann auch zu viel im Home Office arbeiten.

00:23:20: und als ich mich damit befasst hab, habe ich natürlich auch nach Studien gesucht, die sich mit diesem Missmatch schon befasst haben.

00:23:27: Und auch da ist mir aufgegangen, ja gerade zu Beginn der Corona-Pandemie.

00:23:30: Da gab es Studien dazu.

00:23:31: die haben sich genau mit dem gegenteiligen Fall befasst nämlich dass da eben Leute ins Homeoffice gedrängt wurden bei denen das also die das erstens nicht wollten und bei den das zweitens vielleicht doch gar nicht so ging.

00:23:43: und auch da wurde natürlich aus Belastung festgestellt.

00:23:47: Also es ist zwar so, dass jetzt zumindest in unseren Daten Die Abweichung nach oben, sage ich mal geringer ist als die nach unten.

00:23:55: Aber auch...die muss man berücksichtigen!

00:23:58: Ich glaube es gab eine Studie neulich von der Technikerkrankkasse, die auch festgestellt hat.

00:24:04: Also im Homeoffice arbeiten wir schon gut.

00:24:06: Das ist auch produktiv, aber das hat durchaus seinen Grenzen nutzen.

00:24:10: Lass mich nicht lügen, ich meine dass davon sechzig Prozent auch die Rede war.

00:24:14: Betrieb ist wichtig gerade im Austausch mit Kollegen und was nicht noch alles dran hängt.

00:24:19: Und schließlich, gut dass das auch angesprochen wird bevor die wichtige Studie unserer KollegInnen da unter den Tisch stellt.

00:24:26: Return to Office Initiativen.

00:24:28: ja, das sage mal bis zu dieser Studie beruhte das stärker auf aneknotischer Evidenz.

00:24:34: Jeder kannte wehen der mal ins Büro zurück zitiert wurde ob mehr oder weniger sinnvoll und die KollegInne haben dann erstmals gezeigt, dass es tatsächlich ein Phänomen ist.

00:24:46: Das ist ein Phänomen, das in der Größenordnung nicht so riesig ist dass es die Homeoffice Quoten generell drücken würde.

00:24:54: Ich glaube, das Problem besteht viel mehr darin, dass es eine Pauschalösung ist.

00:25:00: Das sind ja dann häufig Geschäftsführungen, die ihre gesamten Belegschaften ganz oder stärker zurück ins Boot zitiert und gerade da trifft es dann natürlich Leute, bei denen das überhaupt nicht passt aufgrund ihrer individuellen Situation.

00:25:16: Und das mag vielleicht im Einzelfall auch durchaus gar nicht böse gemeins sein.

00:25:21: Vielleicht möchte die eine oder andere Geschäftsführung auch Gerechtigkeit im Betrieb wiederherstellen indem sie das ein bisschen nivelliert aber es trifft dadurch natürlich Personen Individuen bei denen sich das so nicht anbietet und deshalb können wir auch zeigen dass gerade die Person die von solchen Return to Office Initiativen, ich sage mein Anführungszeichen getroffen werden.

00:25:44: Dass da auch das was ich gerade beschrieben habe diese höhere Arbeitsbelastung ganz besonders auftritt.

00:25:51: Dann würde ich sagen so mal am Ende der Folge an dieser Stelle vielen Dank für das Gespräch.

00:25:56: Bettina Kohlrausch und Helge Emler

00:26:00: Danke dir

00:26:01: Ja Vielen Dank.

00:26:03: So, wenn ihr dazu noch ein paar Gedanken habt, dann sendet ihr sie uns am besten per E-Mail an systemrelevantatbook.de.

00:26:09: Also immer so korrekt und unmutternden Anregungen dorthin.

00:26:12: In den Shownotes findet ihr die Liste der sozialen Setzwerke sowie unseren weiteren Podcast, ihre haben wir zwei Und wir freuen uns natürlich sehr, wenn Ihr zu dem Podcast schaut euch mal abonniert und somit keine Folge verpasst.

00:26:22: Vielen Dank für's Steuern, euchen schöne Zeit und bis nächste Woche.

00:26:29: Das war Systemrelevant.

00:26:31: Fakten für eine demokratische und nachhaltige Wirtschaft.

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