Warum wir uns ärmer fühlen, als die Zahlen zeigen
Shownotes
Moderation und Produktion: Marco Herack
- Policy Brief: Gefühlte Kaufkraftverluste belasten privaten Konsum und Vertrauen in die Regierung
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- Podcast: Geschichte wird gemacht. Erinnern, verstehen, gestalten.
- Podcast: Fokus Aufsichtsrat - Das Update für starke Mitbestimmung
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00:00:03: Systemrelevant,
00:00:04: Fakten
00:00:04: für eine demokratische und nachhaltige Wirtschaft.
00:00:32: der Einkommensverteilung am IMK, also dem Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung an der Hans-Böckler Stiftung.
00:00:39: Und ebenfalls dabei Sebastian Tulien.
00:00:41: Hallo Marco!
00:00:42: Du bist Direktor des IMK, also das Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung bei der Hans-Böckler Stiftungssohn.
00:00:48: An unsere Hörerinnen und Hörern verweckt wie immer der Hinweis, dass ihr uns erreichen könnt per E-Mail an systemrelevantetböcklert.de Also Hinweise, Korrekturen, Unmut und Anregungen dorthin.
00:00:56: In den Show Notes findet ihr die Liste der sozialen Netzwerke sowie unseren weiteren Podcast, deren haben wir zwei Und wir freuen es natürlich sehr wenn ihr jetzt in der Podcastscherewahl abonniert und somit keine Folge verpasst.
00:01:07: Gefühle zum Einkommen Die kann man ja eigentlich nur haben Wenn man ein Einkommen hat.
00:01:12: Das ist die erste Voraussetzung und die zweite, da muss man dann damit zufrieden unzufrieden oder gemäßigt sein.
00:01:19: Wir reden heute über Kaufkraft – was genau ist denn Kaufkraft?
00:01:24: Ja Marco bei der Kaufkraft geht es darum wie viel sich die Menschen von ihrem verfügbaren Einkommen kaufen können.
00:01:30: also wenn meinetwegen jetzt die ganzen Lebensmittel viel teurer geworden sind und das Einkommen sich nicht verändert hat, dann ist die Kaufkraft gefallen.
00:01:38: Wenn das Einkommen dann stärker steigt als die Preise, dann steigt auch die Kaufkraft.
00:01:42: Krieg weniger fürs gleiche Geld!
00:01:44: Ob du jetzt weniger oder mehr für's gleiche geld kriegst?
00:01:47: Das ist seit Inflationen.
00:01:48: aber Kaufkraft ist die Kombination aus der Veränderung deiner verfügbaren Einkommen und der Inflition.
00:01:54: Ich sag mal höherein und höre die sehr genau diesen Podcast hören Und jede Folge haben sicherlich schon einmal den Begriff der gefühlten Inflktion gehört.
00:02:06: Jan geht es darum, dass ihr euch mal angeschaut habt.
00:02:09: Dass es auch gefühlte Kaufkraftverluste gibt die dann im privaten Konsum diverse Folgen haben.
00:02:16: Hab ich das richtig verstanden bei der Studie?
00:02:18: Genau das hast du richtig verstanden?
00:02:19: wir untersuchen an unserer Studie wie die Menschen in Deutschland die Entwicklung ihrer Kaufkraft waren und zwar seit der Inflationsphase nach zwei tausend zwanzig.
00:02:28: Das heißt Wir gehen der Frage nach Wie die Menschen die Entwicklung Ihrer verfügbaren Realeinkommen in den vergangenen fünf Jahren einschätzen, sondern dann strahlen wir uns auch näher an wie diese Wahrnehmung der eigenen Kaufkraft mit den sorgenden Menschen um die künstliche Entwicklung der Lebenshaltungskosten und ihrem Konsumplan zusammenhängt.
00:02:46: Und auch wie die Wahrneemungen der eigenen Kaufkraft die Einstellung der Menschen gegenüber der Bundesregierung prägt?
00:02:53: Ich vermute mal der Anlass ist dass wir uns gerade in einer wirtschaftlich schwierigen Situation befinden und alle vom Untergang Deutschlands reden.
00:03:02: Eigentlich nicht unbedingt, also gehört natürlich dazu.
00:03:04: Aber das passt in unsere Forschung die wir im Grunde schon seit der Corona-Pandemie machen nämlich zu gucken wie nehmen die Menschen die wirtschaftliche Lage war und ihre eigene Kaufkraft.
00:03:17: denn wir brauchen das für die Konjunkturprognose zum Beispiel wo wir ja immer gucken müssen geben die Leute jetzt mehr aus oder geben sie weniger aus?
00:03:26: Konsum ist eben ein wichtiger Konjunktortreiber Und da spielt schon eine Rolle, was die für eine Kaufkraft haben.
00:03:32: Weil üblicherweise wenn die Kaufkraft steigt dann geben die Menschen mehr aus.
00:03:36: und was wir jetzt beobachtet haben und was so ein bisschen einerseits Rätsel für uns war oder ist?
00:03:42: Naja woraus wird denn auch bestimmte Schlussfolgerung für die Konjunktur ziehen?
00:03:45: Die Kaufkraft hat sich erholt nach diesem Inflationsschub nach der russischen Ukraine-Inversion aber die Menschen sparen deutlich mehr als früher Und das ist so'n bisschen Erstens als Erklärungsbedürftig.
00:03:58: und zweitens, wenn Sie jetzt weniger sparen würden und mehr Geld ausgeben würden dann wäre das eben Konjunktur-Boost.
00:04:04: Und wenn man sowas kommen sieht bevor es passiert, dann kann man besser die Konjunktor vorher sehen.
00:04:10: Also wenn ihr jetzt rausfinden würdet dass die Menschen das Gefühl haben eine höhere Kaufkraft zu haben vielleicht auch als sie haben, würdet ihr davon ausgehen dass sie geneigt sind eher Geld auszugeben und damit die Konjukturanquore?
00:04:22: Genau so ist es.
00:04:23: Wie
00:04:24: ist es denn?
00:04:24: Also nehmen die das realistisch war, die Menschen mit der Kaufkraft oder haben sie da eher bedenken dass er vielleicht gesunken ist.
00:04:32: Vielleicht sollten wir einmal ganz kurz die Fakten etablieren wie das mit der Kaufkraft überhaupt ist und dann nochmal darauf gucken wovon wir hier überhaupt reden.
00:04:42: also Wir haben eine Befragung gemacht über alle Arten von Haushalten in Deutschland.
00:04:47: Da gibt es Arbeit neben den Haushalte und es gibt Haushalte, wo Rentnerinnen und Rentner da sind.
00:04:52: Studierende gibt auch ein paar Bürgergeldempfängerhaushalter Und wir haben für diese Haushalten erst einmal geguckt.
00:05:00: wie ist eigentlich das mit dem verfügbaren Einkommen?
00:05:03: Verfügbare Einkommen ist alles das was man nach Steuer- und Abgaben am Anfang des Monats zur Verfügung hat.
00:05:09: Das heißt dass es nicht eins zu eins die Kaufkraft auslönen und gehältern sondern Es ist halt einiges passiert in den letzten Jahren.
00:05:16: Also Mindestlohn ist erhöht worden, gibt Tariferhöhungen, getrennten Erhöhung.
00:05:22: BAföG ist vielleicht nicht so viel erhöht geworden wie sich das manche Leute erhoffen und dass kann man sich eine Summe angucken.
00:05:27: Das kann man ansehen als ja wieviel Geld es insgesamt bei den Haushalten als verfügbare Einkommen übrig ohne jetzt Unternehmensgewinne?
00:05:36: Und wenn man das anguckt dann stellt man fest Inflationsbereinigt auf dem gleichen Niveau waren wie eben vor diesen ganzen Schocks, die da gekommen sind.
00:05:48: Darum würden wir sagen Da war die Kaufkraft der Haushalte in der Summe gesamtwirtschaftlich wiederhergestellt.
00:05:54: Das heißt jetzt nicht dass alle Haushalten so viel Kaufkraft haben Wie sie vorher schon mal hatten Sondern da gibt es eben Unterschiede.
00:06:02: Es gibt einige Branchen, denen's nicht so gut
00:06:04: geht.
00:06:05: Die Metall- und Elektrobranche ist so eine.
00:06:07: Und da gibt es wahrscheinlich viele Menschen, die da arbeiten, die heute noch nicht wieder die Kaufkraft haben von damals also auch bei der Löhne eben nicht so zugelegt haben.
00:06:14: Es gibt andere Branchen wo das eben ja und nicht nur durch die Lohnerhöhung sondern dann auch durch die Steuersenkungen eben der Fall ist.
00:06:21: Also zum Beispiel wir haben das eben nochmal kurz nachgerechnet wenn man zwei tausend neunzehn drei tausende Euro im Monat verdient hätte Dann wird man heute etwa hundert Euro weniger Lohnsteuer zahlen.
00:06:31: Also damals hätte man etwa vierhundert Euro ein bisschen mehr Lohnsteuer gezahlt, heute zeigt man weniger als drei Hundert Euro.
00:06:38: Damals hätte man auch noch Solidaritätszuschlag da bezahlt und heute zahlt man das eben nicht mehr.
00:06:43: Das heißt, da ist man entlastet worden.
00:06:45: Da sind die verfügbaren Einkommen jetzt stärker gestiegen als die Löhne und Kälter weil eben dann eine Steuersenkung dazukommt.
00:06:52: Und all das zusammen sind eben diese verfügbareren Einkommen über die wir reden.
00:06:55: Es ist ein Durchschnittswert einerseits und geht über das reine Lohneinkommen hinaus?
00:07:00: Genau!
00:07:01: Wie ist denn jetzt die gefühlte?
00:07:03: Weil das ist ja hier der Auffänger.
00:07:05: Die gefühlte Wahrnehmung der Kaufkraft?
00:07:06: deckt die sich denn jetzt mit der Realität oder ist da ein Problem?
00:07:10: Unsere Umfrage zeigt, dass es in der Bevölkerung eine Skipanz gibt zwischen der wahrgenommenen Entwicklung der verfügbaren Realeinkommen auf der einen Seite und der gemessenen Entwicklung des verfügbare Realeinkommens.
00:07:20: Wie Sebastian schon gesagt hat haben sich die verfügbar reale Einkommen aus einer gesamtwirtschaftlichen Sicht von dem Inflationsschock wieder erholt.
00:07:28: So viele Menschen haben diese Erholung der Realeingkommen aber seit man zumindest nicht vollständig wahrgenommen.
00:07:33: In der Umfrage geben nur rund elf Prozent an, dass sie sich heute mehr leisten können als vor fünf Jahren so und knapp sechzig Prozent haben gegen den Eindruck das Serial schlechter gestellt sind.
00:07:43: Nun ist die Wahrnehmung quasi natürlich nicht bei all diesen Menschen falsch.
00:07:46: Bei einem Teil der privaten Haushalte dürfen die verfügbaren Realeinkommen immer noch unter dem Vorkrisen-Niveau liegen.
00:07:52: Insgesamt sind die verfügelbaren Realleinkommens seit zwei, dreiundzwanzig aber wieder angestiegen unter anderem wegen...
00:08:02: Das heißt, der Staat hat dabei geholfen, Sebastian.
00:08:07: Also da haben wir ja auch lange mal drüber geredet, was der Staat so alles tun sollte.
00:08:11: Nun könnte man sagen, da hat er zumindest beigetragen.
00:08:15: Ja!
00:08:15: Der hat über die Jahre tatsächlich ganz schön auch entlastet und den Tarif angepasst und das ist ja auch einer der Gründe warum wir sagen eigentlich muss da jetzt der Staat gar nicht so viel machen im Moment weil ganz schön reingebuttert über die Jahre in diesen Krisenzeiten.
00:08:32: Aber es kommt nicht in den Köpfen an, wer denn das verurteilt?
00:08:36: Genau!
00:08:36: Es kommt so nicht in die Köpfe an wie das zumindest in den Daten ist.
00:08:40: und ja da wird's wahrscheinlich verschiedene Gründe zu geben.
00:08:43: dann kann man vielleicht auch gleich nochmal drüber reden.
00:08:45: und es hat eben wenn es aufs Verhalten durchschlägt auch wirtschaftliche Folgen.
00:08:50: Gut wir reden jetzt glaube ich seit längerem über multiple Krisen und ich habe es vorhin schon gesagt Deutschland kurz vom Untergang.
00:08:58: Ja, also das könnten ja gute Gründe sein.
00:09:02: oder habt ihr da näher reingeguckt?
00:09:04: Wir haben uns das näher angeschaut und eine mögliche Erklärung für diese pessimistische Wahrnehmungen geeignet in Kaufkraft.
00:09:09: Die könnte in der Struktur der Preissteigerung der vergangenen Jahre liegen.
00:09:12: Also zwischen im Jahr ist die allgemeine Verbraucherpreisindex um ca.
00:09:22: unterschiedliche Güter anschaut, dann sieht man dass sich vor allem Güte das täglichen Bedarfs stark verteuert haben.
00:09:28: Lebensmittel-Restaurantbesuche, die haben sich zwischen zwei tausend zwanzig und zweitausend fünfundzwanzig über dreißig Prozent verteuern.
00:09:35: Bei Wohnenergie da lagen die Preise zuletzt sogar rund fünfzig Prozent über dem Niveau von zwei Tausend Zwanzig.
00:09:40: So bei anderen Gütern der Väterpreis entsteht die Gegend deutlich.
00:09:43: Moderator aus.
00:09:44: Jetzt ist es so, dass Wohnenergie-, Lebensmittel- und Restaurantbesuche aber gerade zu den Gütern gehören wie wir uns regelmäßig kaufen.
00:09:51: Das bedeutet das Preissteigerung bei diesen Gütern auch besonders sichtbar für uns sind und deshalb unsere Wahrnehmungen der eigenen Kaufkraft stark beeinflussen können.
00:09:59: Und das kann erklären warum viele Menschen ihre wirtschaftliche Lage negativer einschätzen als es die Entwicklung ihrer Realeinkommen nahelegen würde.
00:10:09: So ein bisschen auch die Donald Trump-These, der bekannteste Preis der Welt ist der Benzinpreis.
00:10:14: Weil den die Leute täglich an der Tankstelle sehen und da schlägt dann entsprechend aufs Gemüt wenn man da immer nur steigende Reise sieht.
00:10:21: Ja genau also Benzin is einer der typischen Beispiele dafür die immer genannt werden um den Unterschied zwischen tatsächlicher gemessener Inflationen und gefühlter Inflations zu zeigen.
00:10:31: Also Beispiel was man eben nicht so häufig kauft und was auch nicht so viel teurer geworden ist.
00:10:35: möglicherweise sind Küchengeräte oder Haushaltsgeräte Und ich zum Beispiel weiß jetzt nicht mehr, wie viel meine letzte Waschmaschine gekostet hat.
00:10:43: Also irgendwie so ein Gefühl aber erfundert Euro könnte ich dir das jetzt nicht genau sagen und das ist schon ziemlich lange her bei dieser Wasch Maschine und ich wüsste auch nicht was jetzt eine Wasch-Maschine kostet weil... Ich guck danach wenn die alte kaputt ist und ich glaube es machen schon mehrere Leute und wenn jetzt meinetwegen die Waschmachine nicht so stark im Preis steigt dann geht ja auch schon in den Inflationsindex ein, den Preisindex einen.
00:11:05: aber es wird nicht mit mental einkalkuliert.
00:11:08: Welche Folgen hat das dann, dass die Menschen weniger kaufen?
00:11:11: Also weiß man das?
00:11:13: Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Inflationsschock in der Wahrnehmung vieler Menschen noch nachwirkt und dadurch zum Beispiel die Erwartungen der Menschen prägt.
00:11:21: Das sind wir daran, dass sich ein großer Teil der Bevölkerung Deutschland um die künftige Entwicklung der Lebenshaltungskosten sorgen macht.
00:11:27: Und zwar obwohl sich die Inflationstynamik vorm Iran Krieg wieder abgeschlecht hatte die verfügbaren Realeinkommen, zumindest in gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt wieder etwas über dem Niveau von im Jahr ist.
00:11:36: Und diese Sorgen sind vor allem bei den Menschen sehr stark ausgeprägt, die sich weiterhin real schlechter gestellt fühlen als vor fünf Jahren.
00:11:44: Marco, du hast gefragt ob man das merkt und wo man das sieht.
00:11:47: Man merkt es auch tatsächlich in den makroökonomischen Zahlen denn die Leute sparen heute noch mehr als sie das früher getan hätten.
00:11:53: also zum Beispiel die jüngsten Zahlen die wir da haben.
00:11:56: also es gibt so zahlen die sagen welcher Anteil des Einkommens legt der durchschnittliche Haushalt zurück oder spart er?
00:12:02: Und das war jetzt zuletzt... Die Bruttospark wurde wir vergenutzt liegt lag bei nineteen Komma eins Prozent und wenn man das jetzt vergleicht mit dem ersten Quartal zwei tausend neunzehn, was wir vor der Krise eben so als der Quartale vor Covid sehen da war es eben acht Zehn Komma zwei Prozent.
00:12:18: Das heißt dass ein Prozent Punkt ist heute die Sparquote höher als damals Und das ist schon relativ viel.
00:12:23: Wenn die Menschen das ausgeben würden das würde ja wahrscheinlich den Konsum vielleicht nochmal um eben auch ein Prozent erhöhen, das wird sich im Wachstum niederstagen.
00:12:33: Also da sieht man schon noch die Menschen sparen heute mehr als damals.
00:12:38: wohl eigentlich normalerweise wenn man sagt alles ist teurer geworden, weniger Kaufkraft dann wird man normalerweise erwarten dass die Leute nicht mehr sparen sondern ihr bisschen weniger sparen weil es ja enger wird bei ihnen.
00:12:49: Jetzt kann es natürlich sein, dass das nicht nur die aktuelle Wahrnehmung ist sondern dass aus dieser Wahrnehmen-Karausricht dann halt so eine Angst für die Zukunft entwickelt.
00:12:57: Wenn man da natürlich noch so Diskussionen hat wie zwei Prozent mehr für kapitalgedeckte Rente, da wissen wir alle schon, dass wir in der Zukunft mehr Geld ausgeben werden oder weniger Geld zur Verfügung haben.
00:13:10: Klar, das haben wir jetzt nicht abgefragt in dieser Befragung aber wir argumentieren ja auch die ganze Zeit diese Diskussion darüber was künftig noch alles gekürzt werden soll auch nicht hilfreich ist.
00:13:20: Aber ich meine, selbst bevor wir diese Diskussion hatten haben die Menschen eben schon jetzt deutlich mehr gespart als vor der Krise und das ist eigentlich etwas ungewöhnlich.
00:13:29: So, jetzt habt ihr noch einen schönen Dreh drin.
00:13:31: wie schlägt sich das dann aufs Gemüt gegenüber der Regierung nieder?
00:13:35: Die Wahrnehmung der Kaufkraftentwicklung beeinflusst eben nicht nur das Konsumverhalten an Menschen sondern eben auch die politische Stimmung im Land weil wenn Menschen ihre Kaufkraft als nachhaltig geschwächt waren auf das Feld zur Bundesregierung auswirken.
00:13:47: Das zeigt unsere Ergebnisse, dass das Vertrauen in die aktuelle Bundesregierung vor allem bei Menschen mit wahrgenommenen Kaufkraftverlusten schwinde.
00:13:54: und thirty-fünf Prozent der Menschen sagen, dass sie überhaupt keinen Vertrauen an diese Regierung haben, weil Menschen ihre Kaufkraft als stabil oder vielleicht sogar verbessert wahrnehmen, da fällt der Anteil dagegen deutlich geringer aus.
00:14:05: Und es zeigt uns auch wie wichtig das ist, die wirtschaftlichen Folgen, dass das Preis doch im Iran Krieg begrenzt.
00:14:11: Wenn man es nicht macht, dann besteht daraus die Gefahr, dass ohnehin schon geringe Vertrauen in Bundesregierung eben weiter geschwächt wird durch diese Preisanstiege bei vielen Menschen der Eindruck verstärkt sich noch weniger leisten zu können.
00:14:23: Das sind jetzt aber keine sehr guten Nachrichten für die aktuelle anstehenden Wahlen.
00:14:27: Daraus ergibt sich aber glaube ich – Ich will Sie sagen eine sehr simtle, aber eigentlich auch eine sehr klare Handlungsrichtung, in die man da reingehen muss, seitens der Regierung oder?
00:14:39: Ja, würde ich ehrlich sehen.
00:14:40: Also ich denke unsere Ergebnisse sprechen schon stark dafür dass es sinnvoll ist möglichst frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen um eben starke Preissteigerungen zu begrenzen und nochmal den Trät zum Anfang zu finden.
00:14:51: das gilt hat vor allem bei Gütern des täglichen Bedarfs weil die regelmäßig gekauft wird und deshalb für unsere Wahrnehmung der eigenen Kaufkraft besonders relevant sind.
00:14:59: Welche Maßnahmen kommen da in Frage?
00:15:01: Also ich denke an Maßnahmen wie etwa Energiepreisbremsen oder auch eine Meldungssteuersenkung auf Bund-Nahrungsmittel.
00:15:07: Solche Maßnahmen, die hätten den Vorteil dass man damit die finanziellen Belastungen der Menschen wirklich unmittelbar abbildern könnte und solche Maßnahmen könnten im Auto dazu beitragen die Verunsicherung der Menschen und die Konsum zurückhaltend zu begrenzen.
00:15:19: Jetzt muss ich aber mal fragen Sebastian so Tankrabatt war dann in dem Sinne doch nicht so ganz verkehrt weil so ein Benzinpreis frisst sich ja quasi durch die Nahrungskette Deswegen das Transport.
00:15:30: Ja, Marco ich kann ja nur daran erinnern wir haben ja auch darüber geredet in Tankrabatt und wir gehörten jetzt zu den wenigen Ökonomen im Land die gesagt haben dass es gar nicht so eine dumme Idee so ein Tankrabat zu machen insbesondere wenn die Hoffnung besteht dass es noch vorübergehend ist und man eben diese Verunsicherung mit relativ wenig Geld abfangen kann.
00:15:49: denn zumindest nach unserer Analyse, wirkt es hier besser als wenn man einfach das Geld den Leuten über eine kleine Einkommenssteuersenkung verteilt hätte per Gießkane quasi.
00:15:59: Denn das neben vielen Menschen ist ne andere Studie die Jan und ich vor ein paar Jahren gemacht haben dass neben Menschen nicht so stark war.
00:16:07: also wir haben in der Corona-Krise ja auch geguckt da gab's ja alle möglichen Maßnahmen wo man oder auch eine Energiepreiskrise wo man meinetwegen den Menschen hat Gelder über die Lohnabrechnung auszahlen lassen oder dann die Steuer gesenkt hat und so weiter.
00:16:21: Und da kam eigentlich raus, dass die Menschen das nur begrenzt wahrnehmen was als mehr bei kleinen Summen auf ihrem Geheizzettel steht und im Gegenzug dazu sie nehmen die Preissteigung stärker war und von daher macht es schon Sinn in so einer Situation wie jetzt auch bei den Preisen direkt einzugreifen.
00:16:37: aber wie gesagt wir waren da eine Mindermeinung.
00:16:40: auch in der Bundestagsanhörung wo ich das vertreten durfte war die Mehrheit der Expertinnen und Experten eher skeptisch was den Tankrabatt angeht.
00:16:48: Ja, ich glaube das ist aber auch eine politische Frage die dann ähnlich beantwortet wird.
00:16:53: also auch die Politik ist gegenüber preisbremsen eher skeptischer wenn ich das so richtig sehe?
00:16:58: Ja da kommt ja immer bei den Ökonomen Ökonomen dazu dass preis bremsen ein Eingriff in die heiligen Preissignale des Marktes sind.
00:17:06: Und natürlich ist ab irgendeinem Punkt Also man lernt normalerweise eigentlich im ersten Semester der Volkswirtschaftslehre, was das für Negenwirkungen hat, Preiseingriffe zu machen und dass man das eigentlich besser nicht tun sollte.
00:17:19: Was da verschwiegen wird sind eben diese ganzen Vertrauenseffekte, indirekten Effekte.
00:17:24: Und es prägt halt schon das Denken der Ökonomien und Ökonomen.
00:17:29: Von daher sind da sehr viele sehr skeptisch gegenüber und auch in den Ministerien arbeiten ja viel traditionell ausgebildete Ökonomin und Ökonomen.
00:17:36: Das heißt, ob diese Empfehlung wird eher nicht gehöre finden.
00:17:39: Ich will euch jetzt nicht deprimieren aber
00:17:42: wer mir so realistisch
00:17:43: betrachtet?
00:17:44: Also ich meine, realistische Betracht hat es ja den Tankrabatt gegeben zwei Monate lang.
00:17:49: Ja genau, er soll wieder weg!
00:17:51: Ja gut mal sehen wie du richtig sagst wie das dann sich in den nächsten Monaten auf die Stimmung und auf die Wahl Ergebnisse durchschlägt.
00:17:58: Ja, aber das ist ja tatsächlich ein Problem über dass man uns jetzt vielleicht nochmal ein bisschen anders zu drehen.
00:18:04: Jetzt doch öfter redet.
00:18:06: also wir haben das damals mit dem Gas gehabt Wir haben das auch wieder vermehrt Das es zumindest eine ökonomische Debatte auch zunehmend darüber gibt Dass Eingriffe in die Preise nicht mehr so ein absolutes Dogma sind Sondern dass man das gelegentlich schon tun kann und sollte.
00:18:20: Ich meine das sind ja mal längere Prozesse Aber mit ein bisschen wirtschaftlichen Druck oben drauf dann vielleicht doch irgendwann mal was bewegen.
00:18:28: Ja, also das würde ich mir zumindest wünschen dass man da ein bisschen pragmatischer rangeht und eben tatsächlich guckt was passiert da.
00:18:34: Und was braucht man auch um eben den Konsum gesamtwirtschaftlich zu stabilisieren?
00:18:38: Dann würde ich sagen wenn wir an der Stelle am Ende des Podcast.
00:18:41: vielen Dank für das Gespräch Sebastian Dulin und Jan Beringer.
00:18:44: Vielen dank lieber Marco für die Moderation und dann alle fürs Zuhören bis bald.
00:18:48: Tschüss!
00:19:14: Das war Systemrelevant.
00:19:16: Fakten für eine demokratische
00:19:18: und
00:19:18: nachhaltige Wirtschaft!
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