Die Steuerreform - Viel Lärm um wenig Entlastung?
Shownotes
Moderation und Produktion: Marco Herack
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00:00:03: Systemrelevant,
00:00:04: Fakten
00:00:04: für eine demokratische und nachhaltige
00:00:07: Wirtschaft.
00:00:29: Du bist Direktor des IMK, also das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung bei der Hans-Böckler Stiftung.
00:00:35: Und vorweg wie immer der Hinweis, dass ihr uns erreichen könnt per e-mail an systemrelevantatböcklert.de.
00:00:40: Also Hinweise, Korrekturen, Unmut und Anregungen dorthin.
00:00:43: In den Show notes findet ihr die Liste der sozialen Netzwerke sowie unseren weiteren Podcast.
00:00:47: Der haben wir zwei.
00:00:48: Wir freuen uns natürlich sehr wenn ihr uns in einem Podcast schon eure Wahl abonniert und somit keine Folge verpasst.
00:00:53: Die Koalition aus SPD und CDU will die Einkommensteuer reformieren.
00:00:58: Das steht glaube ich sogar schon im Koalitionsvertrag drin, es gibt ja zuerst Ansätze aber so ganz klar was man machen möchte oder Klammer aufmachen kann gemeinsam.
00:01:09: Klammern zu ist glaube ich noch nicht so richtig aus bei Doverz, also es hakt offensichtlich und das ihr im Karsebas.
00:01:16: dann hat sich mal angeschaut was so eine Einkommenssteuerreform leisten könnte?
00:01:20: Also dass die verschiedenen Hebel sind.
00:01:22: Katja Rietzler hat das untersucht, das habt ihr denn da genau gemacht.
00:01:25: Ich würde vielleicht doch gerne nochmal einen Schritt zurückgehen bevor ich jetzt auf die Forschung von Katja eingehe Und zwar in dem Koalitionsausschuss.
00:01:32: In der Entscheidung steht etwas drinnen zur Einkommensteuereform.
00:01:35: Da sind jetzt auch Eckpunkte drin.
00:01:36: Das heißt, wir können das was da steht... ...das ist so ein bisschen unklar an einigen Stellen, dann können wir auch gleich nochmal darüber reden,... ...aber das können wir gegenschneiden zu dem was Katja Ritzler errechnet hat.
00:01:46: und Katja hat die Sachen errechnet vor diesem Koalitionsausschuss also im Hochlauf quasi der Diskussion dahin und es relativ viel durch die Medien auch gegeistert war sowas alles gemacht werden könnte und dann ist da auch tatsächlich was drin gewesen.
00:01:59: Und wir haben eben ein paar Tage vorher veröffentlicht, wir hatten diese Berechnung auch gemacht um einigen zu helfen das das vernünftig einzuordnen.
00:02:06: und von daher es ist vielleicht ganz gut wenn wir einmal gucken was in diesem Koalitionsausschuss drinnen steht könnten das natürlich auch nachher machen.
00:02:11: aber vielleicht fangen wir damit mal kurz an.
00:02:13: Was
00:02:13: steht denn drin?
00:02:14: Also im Koalitionsausschuss stehen da sind so Sätze drin dass Für eine vierkapfige Familie mit mittleren Einkommen von ca.
00:02:21: sechzigtausend Euro steht da, ab dem Jahr zwei tausend achtundzwanzig im Vergleich zu heute mehr als sechshundert Euro mehr im Jahr da wären.
00:02:28: und das hört sich jetzt erstmal auf den ersten Blick gut an.
00:02:30: Wir werden gleich hören dass wir eigentlich der Meinung sind, dass große Entlastungen in der Einkommenssteuer nicht so einfach sind.
00:02:36: aber die sixhundert euro sind nicht so toll wie sie sich anhören weil da ist relativ viel Erhöhung des Kindergeldes dabei.
00:02:42: Kindergeld wird immer wieder erhöht und in die Inflation angepasst, das machen sie jetzt auch wieder.
00:02:46: Und dann ist es über zwei Jahre,
00:02:49: d.h.,
00:02:49: dass es nicht nächstes Jahr sondern im Jahr von dem Jahr von den Jahren von dem Jährigen.
00:02:52: Es gibt ja auch Inflitionen.
00:02:53: D.h.
00:02:53: da ist viel davon eigentlich der Ausgleich der kalten Progression.
00:02:57: Wenn man es genauer anguckt, ist da relativ wenig... bei übrig.
00:03:02: Also was die Regierung jetzt da macht, ist sie hat den Grundfreibetrag passen an bis zum Jahr zwölfund achtundzwanzig das übrigens etwas was verfassungsgemäß notwendig ist weil das Verfassungskrieg mal irgendwann entschieden hat dass das Existenzminimum Steuer freigestellt werden muss.
00:03:16: und das heißt wenn die Inflation da ist die Preise steigen dann steigt auch das Existenzminimums und da muss der Grundfreibetrag ohnehin angepasst werden.
00:03:22: und das machen Sie jetzt eben.
00:03:23: und dann verschieben sie ein bisschen am Steuertarif aber sie verschieben der so Eckpunkte in dem Steuertarif und im oberen Bereich verschieben sie weniger stark.
00:03:32: Und Sie haben eine neue Reichensteuer eingeführt, die ein bisschen früher greift und Sie haben dann noch eine zweite Reichen-Steuer, die jetzt ein bisschen höher ist am oberten Ende.
00:03:41: Das heißt, in der Summe wird hier überhaupt gar nicht so richtig viel entlastet bekommen gleich dazu, ob das gut oder schlecht ist und ob das sinnvoll ist.
00:03:49: Man muss das eben verstehen was da jetzt passiert ist.
00:03:52: Die Regierung redet irgendwie von zehn Milliarden, was dann auch gegenfinanziert werden soll.
00:03:55: aber zehn Milliarden ist dann eben über zwei Jahre wenn der Inflationsausgleich auch drin ist.
00:04:00: um die Kindergelderhöhungen ist es gar nicht so viel.
00:04:03: Kindergelderhöhung ist ja erst mal keine Senkung der Enkomsteuer?
00:04:07: Ja und nein.
00:04:07: diese beiden Elemente Kindergeld- und Einkommenssteuer sind ja insofern verknüpft weil es Kinderfreibeträge gibt und bei einem gewissen Einkommen Diese Kinderfreibeträge dann mehr Steuerermäßigung geben als das Kindergeld und dann, dass Finanzamt so eine günstige Rechnung macht.
00:04:23: Und da wird quasi das Kindergelt damit verrechnet.
00:04:25: Von daher hängen Kindergeld- und Einkommenssteuer schon ein bisschen zusammen.
00:04:30: aber hier die Koalition hat zumindest in ihrem Papier wenn sich von der Entlastung dieser vierköpfigen Familie redet, dann hat sie großzügig erst mal die Erhöhung des Kindergeldes damit reingerechnet weil sie sonst auch nicht auf diese Zahlen kommen
00:04:40: würden.
00:04:41: Gut!
00:04:41: Dann kommen wir einmal zu Katja Ritzler der Einkommenssteuervariantenberechnung.
00:04:47: Was habt ihr denn da gemacht?
00:04:48: Katja ist davon ausgegangen, einmal von der Frage was wollen diese beiden Parteien und da sind ein paar Unterschiede dazwischen hat dann so hypothetische sechs Szenarien gemacht wo man das in gewisser Weise abbilden kann was die stilisierten Ziele der Parteien sind.
00:05:02: und der Hintergrund ist dass eben sehr viele Zahlen durch die Welt gegeistert sind und sehr viele Ideen ohne zahlen vor diesem Koalitionsausschuss in den Wochen davor.
00:05:10: Das Finanzministerium hatte selber auch zwei Varianten dann irgendwann, ich glaube geliegt veröffentlicht ist, glaube ich falsch.
00:05:16: Das hat ja da irgendwelche Medien und hatten es alle Medien.
00:05:19: Und da waren jetzt eben so sechs stilisierte Ideen wie man die Einkommenssteuer reformieren könnte und daraus kann man dann eben Schussfolgerung ziehen was möglich ist, was bezahlbar ist und was man dann jetzt vielleicht machen sollte oder nicht machen sollte.
00:05:31: Fangen wir vielleicht mal bei dem Unterschied SPD und Union an.
00:05:34: also wohin unterscheiden sich denn die Position?
00:05:37: Also tendenziell ist der SPD immer wichtig, die kleinen und mittleren Einkommen zu entlasten.
00:05:42: Da sagen sie das gut ist und ich glaube dass es auch so.
00:05:45: da ist ein Problem dabei weil die kleine und mittlere Einkommen eigentlich gar nicht so viel Einkommenssteuer zahlen.
00:05:51: Das heißt das ist sehr schwer die zu entrasten.
00:05:53: vor allem wenn man da entlastet entlastete man meistens.
00:05:56: wenn man sich sehr stark woanders was erhöht entlaste man die Reichen gleich.
00:06:00: mit von der Erhöhung des Grundfreibetrags profitieren eben alle.
00:06:04: Und die Union möchte vor allem, dass der Spitzensteuersatz nicht so früh einsetzt.
00:06:08: Die wollen den später haben.
00:06:10: also er sitzt ja heute bei knapp siebzig tausend Euro zu versteuern im Einkommen ein.
00:06:14: das entspricht wahrscheinlich sowas wie achtzigtausend euro Bruttoeinkommen wenn man dann noch was absetzen kann für einen Single und das Doppelte für eine Ehepaar und die möchten gerne dass es später einsetzt und noch Möglichkeit auch nicht allzu sehr steigt.
00:06:27: Der SPD sagt naja also spitze Steuersatz kann doch schon steigen weil So ganz ist das nicht unser Klientel.
00:06:33: Die Ehepaare, die mehr als hundertsechzigtausend Brutto verdienen und vor allem möchten sie dann auch dass die Reichen ein bisschen mehr bezahlen.
00:06:39: Und das ist eigentlich etwas was die Union, wo die immer ein bisschen skeptisch ist weil die das einerseits Unternehmen als ihr Klientell ansieht.
00:06:46: Dann friedlich Merz hat ja manchmal eine sehr komische Idee, wo eigentlich die Mittelschicht ist und wo die aufhört.
00:06:51: Und von daher sind da glaube ich einige, die der Meinung sind es da oben bei hundert sechzig tausend Euro für einen ehepaar als Bruttoeinkommen, dass das noch Mittelsschicht isst und das möchten die die nicht belasten
00:07:00: Sind ja dann doch schon zwei sehr unterschiedliche Positionen, kann man sagen.
00:07:04: Die da zusammengebracht werden müssen.
00:07:06: Genau das sind zwei Positionen die etwas schwierig sind, die Union zumindest verbal war dann auch immer dafür auch die kleinen und mittleren Einkommen mitzuentlasten haben sie glaube ich nicht so.
00:07:13: das große Problem.
00:07:15: nur dass kostet halt dann Geld und kostet hat.
00:07:18: wenn man viele Menschen entlasten will dann kostet das viel Geld.
00:07:21: also wenn man eben in Deutschland fünfhundert Euro geben möchte wir haben achtzig Millionen Menschen da, also ganz so haben sie ja nicht gerechnet mit Haushalten gerechnet.
00:07:28: Aber einfach noch mal als Beispiel wenn man achtzig Minuten Menschen hat und jedem fünfhundert Euro im Jahr geben will dann sind wir bei vierzig Milliarden.
00:07:34: das ist einfach ziemlich teuer.
00:07:35: Und wenn man das wiederholen möchte von den Reichen von denen es nun nicht ganz so viele gibt Dann muss man da sehr stark zugreifen.
00:07:42: Jetzt hast du ja schon gesagt dass es eine gewisse Einigung würde ich ja noch nicht sagen aber es gibt zumindest mal eine gewissere Richtung die die Koalition vorgegeben hat im Reformpaket.
00:07:52: Was sagt denn Katja Rietzler dazu?
00:07:54: Kann man dass an eurem Hand eurer Berechnungen schon sagen, ob das was da jetzt in Aussicht steht etwas bringt?
00:08:01: Also das was die Koalition jetzt machen möchte.
00:08:03: Das erhöht halt diesen Grundfreibetrag und erhöht den um Inflationen großer Modo und erhöht dann der Spitzensteuersatz, der greift ähnlich wie vorher.
00:08:14: Der wird nur ganz wenig verschoben.
00:08:15: also die Grenze wurde einsetzt und oben wird noch zugegriffen.
00:08:18: Also das ist eigentlich glaube ich etwas was nach diesen Forschung von Katja Ritzler ganz gut passen würde weil Es wird eigentlich nicht viel entlastet.
00:08:26: und Katja schreibt auch, es ist eigentlich kein Spielraum in den öffentlichen Haushalten für die Entlastung da.
00:08:31: Wir haben im Moment ganz viel auch im EMK.
00:08:33: Im Grunde ist der Bundeshaushalt darauf ausgelegt dass die Ausgaben jenseits von Verteidigung und Zinsen in den nächsten Jahren fallen müssen sowohl nominal als auch kaufkraftbereinigt noch mal viel mehr über die nächsten vier Jahre.
00:08:44: und wenn man da jetzt noch die Steuern senken würde in großem Stil dann wäre das wirklich ein Problem für diesen Haushalt Nicht nur im Bundeshaushalt, sondern die Kommunen haben kein Geld.
00:08:53: Die Länder haben kein geld und die Einkommensteuer wird dann ja auch aufgeteilt auf die verschiedenen Gebietskörperschaften.
00:08:58: Deshalb sagt dem Katja eigentlich es kein Geld dafür da und darum sollte man nur das machen was wirklich jetzt verfassungsmäßig notwendig ist.
00:09:05: Und wenn man jetzt so eine Lösung hat wie die Koalition wo doch am unteren Ende ein bisschen entlastet wird nicht so wahnsinnig viel dass reingeholt wird in dem ob die Reichensteuer ergeht wird, dann ist das eigentlich ein ganz guter Ansatz.
00:09:16: Jetzt kennen wir diese Diskussion ja schon, Sebastian.
00:09:19: Im Grunde ist kein Geld da aber dann will man entlasten und wenn man dann entlastet muss man woanders belasten.
00:09:24: also man schiebt im Grunde im Haushalt hin und her und ich erinnere mich dass du mir mal gesagt hast aber bitte korrigiere mich wenn ich das falsch im Kopf habe im Grund gibt es gar nicht so viel Masse zum Hin-und-Herschieben.
00:09:33: das ist irgendwie nur zehn Prozent im Gesamthaushalt wo man überhaupt anpacken kann Das heißt alles was man jetzt so tut.
00:09:40: Entweder findet man eine Gegenfinanzierung, da muss immer jemand anderem was wegnehmen oder man findet Geld.
00:09:45: Woab denn keins ist?
00:09:47: In phasensprachen Wachstums findet man tatsächlich sehr wenig Geld.
00:09:50: die Frage wie viel da jetzt wirklich frei disponibel ist im Bundeshaushalt das ist ne sehr interessante Frage gibt es unterschiedliche Schätzungen ob das jetzt tatsächlich zehn Prozent ist ob sogar weniger ist und aufs Meer ist dass sei jetzt dahingestellt.
00:10:01: aber es ist einfach sehr sehr schwer und das sehen wir ja daran die mühselig das ist, den Haushalt auch zusammenzubringen.
00:10:06: Wir haben jetzt keine Folge über den Haushalte gemacht aber Lars Klingbeil hat jetzt seinen Haushalt im Grunde nur dadurch zusammengebracht dass da sind ein paar Buchungstricks drin, da sind Tilgungsverpflichtungen verschoben worden und da werden wir in Rücklagen angegriffen.
00:10:18: und es zeigt schon, dass zumindest diese Koalition echt ein Problem hat weil wenn's um Subventionen geht also abstrakt findet jeder gut subvention zu kürzen aber wenn es dann konkret um bestimmte Dinge geht dann geht das erst nicht mehr.
00:10:29: ich möchte nochmal erinnern, die Agrardieselsubventionen, die die Ampelregierung abschaffen wollte.
00:10:33: Das waren nicht viele das waren relativ kleine Summen.
00:10:36: da hatten wir die Trecker und die Bauern hier in Berlin die Straßen blockiert haben jetzt was ähnliches.
00:10:42: es ging jetzt um die Absetzbarkeit der Handwerksleistung.
00:10:44: dass ist ja auch etwas.
00:10:45: das ist also wenn man Handwerkes Leistungen in Anspruch nimmt und darf eine Rechnung einreicht dann kann man den Teil davon von der Steuer absetzen.
00:10:52: das ist eine Subvention.
00:10:54: die kommt wirklich vor allem dem Besserverdienen zugute weil die sind einfach die empirischen Handwerker in Anspruch nehmen.
00:11:00: Also jemand, der in einer günstigen Mietwohnung wohnt und mit geringen Einkommen, der vielleicht zumindest lohnen arbeitet, der wird sich niemals jemandem zum Renovieren der Wohnung nehmen oder nur für Sachen wo er wirklich das nicht anders hinkriegt.
00:11:12: aber die Leute, die im eigenen Haus wohnen, vielleicht noch ein großes Haus da muss viel gestrichen werden, da muss dauern irgendwas gemacht werden... Die profitieren davon!
00:11:19: Und das war eine Sache, wo die SPD gesagt hat ja warum schaffen wir das nicht ab?
00:11:23: Das bringt zu Geld, können wir die Steuern senken und da war die Union dann gegen.
00:11:26: Der Kompromiss ist dass das jetzt ein bisschen abgesenkt wird aber grundsätzlich bleibt diese Möglichkeit bestehen.
00:11:31: Das heißt wir haben bei diesen ganzen Diskussionen um Subventionsabbau also ja natürlich Subvention sind Mist sagen alle und wir müssen endlich mal Prioritäten setzen.
00:11:40: Naja, abschaffen tut es aber auch keiner.
00:11:43: Nein nein genau und das wird dann eben auch nicht gemacht und darum ist auch kein Geld da.
00:11:47: Wie wenig Gelder sehen wir auch bei anderen Diskussionen.
00:11:49: also eine Frage war ja ob der Bund seine Zuschüsse an die Krankenversicherung kürzt oder wie weiter die kürst?
00:11:55: Und dann hat er natürlich vielleicht ein bisschen Geld für Steuersenkungen.
00:11:57: nur wenn die Zuschüsste zur gesetzlichen Krankenversicherung gekürzt werden dann steigen dort die Beiträge.
00:12:02: So funktioniert das nämlich.
00:12:03: Und dann hat man vielleicht eine Einkommenssteuersenkung, aber man hat dann höhere Sozialbeiträge und am Ende steht auf dem Nohnzettel ein Netzwerk vielleicht sogar weniger als vorher?
00:12:13: Ja, hat das Arbeitgeber nahe Institut IW das nicht ausgerechnet.
00:12:17: Das genau dass der Fall ist hier auch bei den Steuervorhaben, dass es auf der einen Seite steigt und auf die anderen sinkt, aber im Grunde nicht viel herauskommt.
00:12:25: Genau, das haben sie vorgerechnet.
00:12:27: und jetzt ist halt die Frage findet man das schlimm oder findet mal das nicht so schlimm?
00:12:31: bringt der Aufwand was, wenn es nichts bringt?
00:12:34: Vielleicht mal so.
00:12:35: Genau das ist tatsächlich eine gute Frage.
00:12:37: ich finde es etwas merkwürdig dass man jetzt hier etwas was eigentlich nicht viel mehr als eine Korrektur der kalten Progression ist, dass wir das jetzt Steuerreform nennen.
00:12:45: Aber klar, das hat natürlich damit zu tun dass man das vorher großmundig als Entlastung der kleinen und mittleren Einkommen angekündigt hat.
00:12:51: Und dass man auch einen Herbst und ein Frühjahr der Reformen angekünstigt hat und dann kann man natürlich jetzt nicht sagen ja es ist nur eine Anpassung der kalten Progression.
00:12:59: Tatsächlich ließ hier oben aus einer kleine Steuererhöhung da drin für die Reichen aber es ist eben keine Entlastungen.
00:13:05: Aber vielleicht ist auch im Moment gar nicht der Zeitpunkt für eine steuerliche Entlastation.
00:13:09: angesichts dessen was wir alles so an Notwendigkeiten haben für den Staat, also insbesondere wir haben da auch schon mal darüber geredet diese Verteidigungsausgaben die da kommen wo man sich jetzt entschieden hat dass man sie braucht wegen der Bedrohung aus Russland.
00:13:22: Das ist einfach teuer das sind dreieinhalb Prozent des Brutto-Internsproduktes soll da ja reinfließen.
00:13:28: Wir haben früher ein Prozent ausgegeben.
00:13:30: das heißt da sind große Mode hundert Milliarden Euro die wir pro Jahr mehr für Verteidingen ausgeben und es mag alles notwendig sein nur wenn ich für irgendwas Hundert Milliarden mehr ausgebe dann muss das Geld irgendwo herkommen.
00:13:42: funktioniert es halt nicht, das über Kredit aufzunehmen und darum ist vielleicht in der Situation wo man diese großen Anforderungen hat.
00:13:49: Ist das nicht der richtige Moment um dann die Steuern zu senken?
00:13:53: Also ich meine zuhause wenn ich jetzt gerade einen Flutschaden habe und ich muss das Dach neu machen und wer weiß was, dann ist das vielleicht auch nicht der moment wo man sagt naja jetzt mache ich nochmal zwei extra Urlauber ahn und da müsste man vielleicht schon gucken wo man Prioritäten richtig setzt.
00:14:07: Jetzt muss man natürlich dazusagen, im Haushalt wird durchaus gespart.
00:14:10: Also jeder muss da sparen.
00:14:11: Das einzige was glaube ich nicht sinkt sind die Verteidigungsausgaben.
00:14:14: also da wird ja schon etwas getan.
00:14:16: das heißt aber auch im Umkehrschluss dass im Grunde das Potenzial wo man nochmal eine Frühjahrmasse hat ziemlich weg schrumpft.
00:14:24: also dann heißt hinten raus irgendwann so diesen Punkt der Wahrheit den wir jetzt hier glaube ich schon seit zwei oder drei Jahren besprechen kommt dass man dann halt irgendwo dann doch die Steuern erhöhen muss.
00:14:34: Und da wäre es ja okay für die geringen Einkommen, die Steuern zu senken und für die großen Einkommen sie zu erhöhen.
00:14:39: Aber auch das hat ja Grenzen.
00:14:41: also wenn ich hier in die Berechnung von Katja gucke sehe ich ja dass so drei Prozent Steuererhöhungen für die Reichen... Also die reißen jetzt auch nicht so viel raus, ne?
00:14:49: Nee tatsächlich!
00:14:50: Was das Katja ja gerechnet hat ist einmal den Spitzensteuersatz hochzusetzen Das ist der, den alle bezahlen und dann auch noch diese Reichensteuer hochzusetzten.
00:14:57: Die Reichen-Steuer ist ja ein bisschen naja.. Ist eine Steuer nicht für alle Reiche sondern nur für manche Reiche.
00:15:03: Die Reichensteuer gilt ja nicht für Unternehmen oder Unternehmer.
00:15:06: Die gilt ja nur
00:15:07: Einzelpersonen?
00:15:08: Ja, die gilt für abhängig beschäftigte Einzel-Personen wenn ich das richtig sehe.
00:15:12: Also das ist, wenn jemand einen Betrieb hat wo er zehn Millionen im Jahr gewinn hat und sich den ausschüttelt dann zieht für denen nicht die Reichen-Steuer sondern nur die Einkommenssteuer.
00:15:22: Das heißt diese drei Prozentpunkte umdrauf sind normalerweise für Leute die irgendwie abhängigt Beschäftigte Manager irgendwo sind oder so.
00:15:28: davon gibt es einfach relativ zu der Gesamtbevölkerung nicht so viele, dass man da so wahnsinnig viel Geld greifen kann.
00:15:34: Also das ist sinnvoll das zu machen und man kriegt auch was raus.
00:15:37: aber wie du richtig sagst sind Grenzen.
00:15:39: und dann sind wahrscheinlich auch Grenzen wo ich gerade gesagt habe wenn man den Spitzensteuersatz dafür auch die Unternehmen gilt Wenn man denen immer weiter erhöht Dann gibt's auch Grenze.
00:15:47: Einmal die Grenzen das vielleicht irgendwann doch dann welche abwandern Aber auch Dass sie sich ja in eine Kapitalgesellschaft umwandeln können.
00:15:55: Ich glaube, wenn es um ein-zwei Prozentpunkte Steuersatz geht machen die das nicht.
00:15:58: Weil die Veranwaltung als Personengesellschaft bei denen noch so viel Vorteile hat dass sich das nicht lohnt.
00:16:03: aber das ist halt desto höher man da geht desto mehr passiert da und dann verliert man auch wieder Steuereinnahmen.
00:16:10: Es ist nicht soviel Spielraum ewig weit hochzugehen mit den Steu ersetzen Das kommt eben bei Katja auch raus Und vor allem es ist begrenzt was das so bringt
00:16:18: Und auf der anderen Seite haben wir dann die niedrigen Einkommen Die wiederum Aufgrund dessen, da sie ja ohnehin schon niedrig sind Nominal auch nicht so viel gewinnen, wenn man da Steuern sinkt.
00:16:28: Genau!
00:16:28: Die niedrigen Einkommen... die Zahlen halt zu wenig steuern und die Gewinnen eben nicht so richtig viel.
00:16:33: Das ist die Crux an dieser Idee dass man über die Steuersenkung eben die niedrige Einkommen entlasten soll auf Kosten der hohen.
00:16:39: Dann würde es eher schon Sinn machen das man bei den hohen Einkommen, aber dann eben auch schon weil da wurde ja heute Geschwitzensteuersatz einsetzt.
00:16:46: Also vielleicht achtzigtausend Brutto-Siebzigtausende zu versteuern im Einkommen für Singles und das Doppelte für Familien immer da ein bisschen weiter zugreift und dann dafür die Sozialabgaben senken würde.
00:16:56: Das wiederum würde unten noch stärker
00:16:58: entlasten.".
00:16:59: Ist das überhaupt das richtige Mittel um die Probleme zu lösen, die man da lösen will?
00:17:04: Aus meiner Sicht ist es nicht das richtige Mittel, da jetzt die Probleme zu lösen.
00:17:08: und das war... Das ist aber von Anfang an.
00:17:10: ich weiß nicht ob die Politik das nicht verstanden hat oder ob die Dynamik so war dass alle gesagt haben endlich mal Steuern senken.
00:17:16: Da wird so viel genommen.
00:17:18: also von daher.
00:17:18: Das war eigentlich glaube ich keine gute Idee jetzt eine große Steuerreform mit großzügigen Entlastungen zu versprechen.
00:17:26: Das heißt im Grunde stehen wir da wo wir hergekommen sind.
00:17:29: Man kann es ja auch positiv singen, man kann ja sagen das hat die Politik jetzt erkannt und darum ist da jetzt eine Einkommenssteuereform passiert, die eigentlich den Namen nicht verdient und die eben ziemlich wenig macht.
00:17:40: Und...das ist doch schon mal ganz gut!
00:17:42: Ein Schritt zurück weil du das eben auch gesagt hast sind jetzt ziemlich große Einsparungen beim Personalbudget des Bundes vorgesehen.
00:17:50: also der ist ein Personalabbau die nächsten Jahre vorgesehene.
00:17:52: Acht Prozent ist echt ne Ansage.
00:17:54: Wenn man im Unternehmen war wo acht Prozent oder zehn Prozent der Belegschaft rausgekürzt worden sind, der weiß dass das relativ viel ist.
00:17:59: Und das passiert ja mit der Hoffnung, dass man sagt wir haben Bürokratieabbau und KI und deswegen brauchen wir weniger Leute.
00:18:05: aber eigentlich meine Erfahrung auch mit anderen Organisationen ist es die Einführung von IT-Systemen.
00:18:12: und auch wenn man sinnvoll irgendwelche Prozesse verschlanken möchte das braucht erstmal Personal.
00:18:17: Das funktioniert nicht so dass ich sage naja Schmeiß ich erstmal das Personal raus und dann gucke ich, ob sich die Prozesse dann irgendwie auch so anpasst, dass es noch funktioniert.
00:18:24: Da muss man glaube schon aufpassen wie du eben auch gesagt hast da ist ein ziemlich großer Spardruck drin und von daher kann man sagen gut, dass ihr jetzt nicht noch das Leid größer gemacht habt mit einer großen Steuerbeform.
00:18:34: Ehrlich gesagt weiß ich auch noch nicht so recht was ich damit anfangen soll.
00:18:39: vielen Dank für dieses Gespräch!
00:18:40: Danke lieber Marco hat einen schönen Sommer.
00:18:42: Ja Das war nämlich eine der Sommerfolgen, die wir im Vorfeld aufgenommen haben.
00:18:47: Steuern gehen ja immer quasi.
00:18:50: In dem Sinne wünschen wir euch einen schönen Sommer!
00:18:53: Aber falls ihr dann doch noch ein paar Gedanken habt und etwas arbeiten wollt könnt ihr uns in der E-Mail senden an systemrelevantadbocklat.de.
00:19:00: Also Hinweise, Korrekturen, Unmut und Anregungen dorthin.
00:19:03: In den Schoennutz findet ihr die Liste zur Netzwerke sowie unseren weiteren Podcast.
00:19:07: Da gibt es auch Folgen, welche ihr vielleicht am Sommer nachhören wollt.
00:19:11: Wir haben da zwei Podcasts aufzubieten.
00:19:14: Und wir freuen es natürlich sehr, wenn ihr uns in einem Podcast abonniert und so mit keine Folge verpasst.
00:19:18: Vielen Dank fürs Zuhören.
00:19:19: euch eine schöne Zeit!
00:19:21: Danke, tschüss!
00:19:25: Das war Systemrelevant.
00:19:27: Fakten für eine demokratische und
00:19:29: nachhaltige Wirtschaft.
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