Warum dein Job entscheidet, wie stabil unsere Demokratie bleibt

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00:00:03: Systemrelevant, Fakten für eine demokratische und nachhaltige Wirtschaft.

00:00:27: Das war Bettina Kohlrausch, Direktorin des WSI, dem Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut der Hansböckler Stiftung.

00:00:34: Und an euch vorweg wie immer der Hinweis, dass ihr uns erreichen könnt per E-Mail ansystemrelevantatböcker.de.

00:00:38: Also Hinweise, Korrekturen, Unmut und Anregungen bitte per E mail einsenden, denn hier schon nutzt findet ihr die Liste der sozialen Netzwerke sowie unsere weiteren Podcaste, ihre haben wir zwei!

00:00:48: Wir freuen es natürlich sehr wenn ihr uns in einem Podcatcher abonniert und damit keine Folge verpasst.

00:00:52: Ja Bettina, Achtzig Jahre gibt's das WSI jetzt?

00:00:56: Wow

00:00:56: Ganz schön lange.

00:00:57: Ja,

00:01:00: also nach dem Krieg?

00:01:01: Wie kam denn das zustande?

00:01:03: Das WSI wurde zu dem Zeitpunkt gegründet auf Initiative von Hans Böckler und Viktor Agatz Und es war tatsächlich in gewisser Weise ein Novum weil Es war schon auch in der Weimarer Republik So eine erste Erfahrung damit gab, auch Gewerkschaftsarbeit unter wissenschaftlicher Beratung stattfinden zu lassen.

00:01:23: Aber nach meinem Kenntnisstand war das auch im internationalen Vergleich wirklich neu, dass Gewerkschaften explizit ein wissenschaftliches Institut gründen um eben nicht nur sozusagen den politischen konkreten Herausforderungen geschuldet sondern auch wissenschaftspasiert Gewerksamtspolitik zu machen.

00:01:40: also das kam zustande Weil es, glaube ich gerade Hans Böckler anliegen war die Herausforderungen von den Gewerkschaften nach dem Faschismus und zu Beginn einer jungen Demokratie, von der auch niemand genau wusste in welche Richtung sie geht.

00:01:58: Was ja nicht mal klar lädt sich welche Wirtschaftsordnung wird dieses Land einmal haben geschweige denn wie sich die politische Realität ausgestalten wird?

00:02:07: Und diese Herausforderung eben auch wissenschaftsbasiert anzugehen das war Der Grundgedanke, und der war damals tatsächlich neu.

00:02:16: Inzwischen sind wir auch als WSI in einem Netzwerk, in dem es auch europaweit eine ganze Reihe von Instituten gibt, die auch bei Gewerkschaften oder Gewerkschaftsnah angesiedelt sind.

00:02:28: Aber damals war das ne neue und innovative Idee.

00:02:31: Es gibt zur erste Vorläufer der Erfahrung der Weimar Republik.

00:02:34: aber das WSI wurde dann erst nineteenhundertsechsenvierzig gegründet Und hieß gar nicht WSI.

00:02:39: Es hieß Wirtschaft wissenschaftliches Institut WWI und wurde dann irgendwann in WSI unbenannt.

00:02:46: Ja, ist auch ganz gut weil die Abkürzung WWI erinnert so ein bisschen an World War One.

00:02:52: So ein bisschen zynisch betrachtet.

00:02:54: deswegen ist es vielleicht ganz gut dass da nochmal einen Namensendung stattfand oder eine Anpassung.

00:02:59: aber wenn man das mal aus heute heraus betrachtet wie unsere Demokratie eigentlich jetzt funktioniert, dann war das natürlich ziemlich avant-garde.

00:03:07: Also heute hat man ja einen Wust an Fingtangs und Instituten und Politikberatung die alle eng miteinander verzahnt sind und versuchen beizusteuern oder eben auch zu beeinflussen.

00:03:20: Und aus damals heraus waren das quasi auch dann die Anfänge dessen was man ja heute insgesamt auch sieht nicht nur bei den Gewerkschaften.

00:03:29: Das kann man sicherlich so sehen.

00:03:31: Es wurden dann ja auch relativ schnell auch die WSI-Mitteilungen gegründet, die am Anfang aber eigentlich nichts mehr waren als eine Blättersammlung wo so Daten und Fakten zur Wirtschaftssituation bereitgestellt wurden.

00:03:44: Aber auch da zeigt sich dieser Anspruch wirklich evident basiert letztlich auch Politikideen zu gestalten.

00:03:50: Das war sicherlich ne innovative Idee!

00:03:52: Ich finde es auch ganz interessant wenn man sich die Themen anguckt, die da zuerst ne Rolle gespielt haben, dann war das was?

00:03:58: Da sage ich gleich noch etwas zu.

00:03:59: natürlich auch sowas wie Unternehmensmitbesch... Stimmung und die Frage der Wirtschaftsordnung, aber es waren auch so Sachen wie also es gab wohl tatsächlich ein Themenbereich Ernährungs- und Landwirtschaft.

00:04:09: Das ist natürlich heute irgendwie überhaupt nicht mehr relevant, aber natürlich war die Frage Wie versorgt man eine Bevölkerung mit ausreichend Nahrungen?

00:04:20: Eine total zentrale Herausforderung.

00:04:23: Da heißt das waren ganz konkrete Herausforderungen Die der Alltag der Nachkriegs Gesellschaft so mit sich gebracht hat, aber ein Thema was eine ganz große Rolle gespielt hat und interessanterweise jetzt auch wieder relevanter wird war tatsächlich von Anfang an diese Frage der Wirtschaftsdemokratie.

00:04:43: Denn sowohl die Unternehmensmitbestimmung als auch die betriebliche Mitbestimmung also auch die Tarifautonomie, die natürlich im Grundgesetz verankert ist waren damals ja als Institution noch überhaupt nicht etabliert und ausgestaltet.

00:04:54: das heißt dass WSI hat eben auch maßgeblich die Auseinandersetzung um diese Fragen mit vorbereitet, mit ausgestaltet und die ganze Debatte leben wir im Kapitalismus?

00:05:07: wird es wirklich die soziale Marktwirtschaft.

00:05:10: Wie können wir sicherstellen dass Gewerkschaften und Arbeitgeber sich auch unter kapitalistischen Bedingungen denn darauf ist am Ende ja hinaus gelaufen auf Augenhöhe begegnen?

00:05:18: das waren alles gesellschaftliche Aushandlungsprozesse die dann in den folgenden Jahren nach stattgefunden haben und Entscheidungen, die dann erst gefallen sind.

00:05:29: Und insofern war glaube ich Hans-Böckler klar wie groß und grundsätzlich diese Fragen sind.

00:05:39: und da war dann eben die Idee das wissenschaftlich gleiten zu lassen vorbereiten zu lasen, glaube ich auch eine gute Idee weil immerhin hat sie achtzig Jahre gehalten und momentan zumindest sieht es auch für die nächsten achtzig jahre ganz gut aus.

00:05:55: Ja gut, dein Wort in Gottes Ohr.

00:05:58: Da könnte man ja politisch

00:05:59: manchmal

00:06:00: so seine Zweifel dran haben.

00:06:01: aber ich wollte noch ganz kurz bei einer Sache einhaken.

00:06:05: wenn das mit dem Klimawandel und den Hitzewellen so weitergeht dann wird der Bereich Landwirtschaft vielleicht auch nochmal eine neue Wichtigkeit erlangen.

00:06:13: dass vielleicht guckt mal auf viel zu wenig aktuell da drauf.

00:06:17: Aber ihr habt im Laufe der Zeit auch einige Sachen entwickelt die gerade so Auch über die Zeit dann total spannend sind.

00:06:25: Also, in den vielen Fünfzig kam das WSI-Tarifarchiv dazu was ja ein Datenschatz ohne Ende ist wenn man das jetzt aus zwanzig sechsundzwanzig Euro betrachtet.

00:06:35: Absolut!

00:06:36: Das ist... sehr interessanter Datensatz, weil es inzwischen natürlich auch einen historischen Wert hat.

00:06:42: und in dem Tarifarchiv sind auch Tarifverträge die sogar noch älter sind wenn nicht richtig informiert sind.

00:06:48: Das heißt das ist inzwischen wirklich ein zeitgeschichtliche Dokumente die da verarbeitet werden zeigt aber auch die Dynamik unseres Instituts war wir jetzt gerade dabei sind darüber nachzudenken wie wir diese Daten auch digitalisieren können unter Umständen, auch mit Hilfe von künstlicher Intelligenz noch mal zugänglichermachen können.

00:07:09: Und das zeigt irgendwie die Stabilität und Kontinuität und Wandel sich miteinander verzahnen weil dieser Datensatz und die Daten haben sich ja nicht verändert und sind nach wie vor hochrelevant und gleichzeitig haben sich natürlich die Zugänge und Auswertungsmechanismen verändert über die Jahre und da versuchen wir, um das ohne Anspruch eben auch mit der Zeit zu gehen.

00:07:31: Und die Möglichkeiten, die uns da die Digitalisierung und die künstliche Intelligenz bieten auch zu

00:07:37: nutzen.".

00:07:40: Im Tarifarchiv.

00:07:41: Ja, es gibt noch Aktenordneres ist aber auch schon sehr viel digitalisiert.

00:07:45: Das wäre natürlich dann nochmal sehr interessant dadurch die Zahlen rein mit der KI Die ist ja auch manchmal ein bisschen einfacher macht durchzugehen und ein

00:07:52: paar

00:07:53: Verbindungen zu entdecken.

00:07:54: So und dann habt ihr euch in den siebzigern umbenannt?

00:07:57: Ein Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut.

00:08:00: Ich weiß nicht gab's da einen Anlass oder ist das einfach so passiert?

00:08:03: Also war ja ziemlich klar, dass es irgendwann nicht mehr nur um wirtschaftswissenschaftliche Fragen gibt.

00:08:08: Sondern das auch gesellschaftliche Fragen eine Rolle spielen.

00:08:11: Es kam dann ja auch über die Jahre auch eine ganze Reihe von Themen dazu.

00:08:14: Zum Beispiel ganz Frage von Geschlechtergerechtigkeit und andere gesellschaftspolitische Fragen im Verteilungsfragen, die natürlich immer eine wirtschaftliche Dimension haben aber natürlich auch ne soziale Dimensionen.

00:08:28: Bestimmung und Tarifautonomie, hat ja nicht nur eine wirtschaftspolitische Dimension.

00:08:33: Und die haben wir auch immer mit untersucht.

00:08:47: auf betriebliche Mitbestimmung gucken, indem man einfach die Institutionen sich anguckt.

00:08:55: Aber das tut die Betriebsrähtebefragung ja auch sehr genau zu gucken wie arbeiten die eigentlich?

00:09:01: Wer arbeitet da und was brauchen sie um gut arbeiten zu können?

00:09:05: Was sind deren inhaltliches Schwerpunkte usw.

00:09:09: Das geht dann ja weit über wirtschaftspolitische Fragen hinaus.

00:09:12: und darüber hinaus hat sich auch irgendwann... Beta, das ihr im K gegründet.

00:09:19: Womit dann ja auch klar war, dass innerhalb der Hans-Böckler Stiftung die makroökonomischen Fragen dann eben vom anderen Institut bearbeitet werden?

00:09:27: Was ich total spannend finde und es werde ich euch auch mal verlinken in den Shownotz neben der allgemeinen Zeitleiste.

00:09:35: Ja, da heute mal so reinlegt.

00:09:44: Also es ist schon sehr interessant zu sehen was damals alles verhandelt wurde auch wie die Wortwahl dazu war.

00:09:52: Aber jetzt Kampfrecht ist vielleicht auch etwas das heute keiner mehr so benutzt?

00:09:57: Aber so auch Aufkommen der Informationstechnologien und ähnliches.

00:10:00: Also ich finde das total spannend, da quasi mit so einem archiwarischen Gedanken noch mal ran zu gehen um zu gucken wo kommen wir eigentlich her?

00:10:08: Weil eigentlich ist neunzehntsechsten achtzig gut dabei sechs Jahre alt ist jetzt aber auch nicht so lange her.

00:10:14: Ja,

00:10:14: das kommt uns aber glaube ich nur vor weil wir schon so alt sind.

00:10:18: Naja gut es sind vierzig Jahre aber eigentlich würde man ja sagen so vierzig Jahren im Gesamtblick der Menschheit ist jetzt auch nicht so ewig weiter.

00:10:27: Aber man merkt dass es halt völlig andere Generationen an Menschen die damals gewirkt hat und die haben ganz wesentlich anderes Denken aber sie sind da anders rangegangen haben eine andere Wortwahl und das nochmal zu reflektieren wo wir quasi herkommen fand ich total interessant Das

00:10:42: stimmt.

00:10:42: Und gleichzeitig sind natürlich bestimmte Debatten nach wie vor sehr relevant und werden immer noch geführt, und ich habe das Gefühl jetzt sogar stärker als vielleicht noch vor ein paar Jahren – also in den neunzig Jahren hatte ich erste Berührung mit Politik Und was wir da diskutiert haben, arbeitsmarktpolitisch.

00:11:04: Also die ganzen Arbeitszeitfragen zum Beispiel... Da bin ich wirklich erstaunt!

00:11:09: Ich habe da ganz viele Dijavus heutzutage.

00:11:11: aber klar die Sprache ändert sich auch wenn man sich die anguckt, die BSI-Meteilung natürlich auch... Schriftbild oder der hat sich natürlich.

00:11:18: für heutige auch allein Sehgewohnheiten ist es irgendwie fremd.

00:11:21: Aber die Frage der Zukunft, der Arbeit stellt sich natürlich ja.

00:11:24: gerade schon habe ich KI erwähnt noch mal möglicherweise in anderer Dringlichkeit.

00:11:29: also Ich glaube nicht dass wir darüber reden ob gearbeitet wird in Zukunft noch.

00:11:35: Die frage ist wie gearbeitet werden zukunft und das ist Ja jetzt auch wieder massiven Veränderungen sozusagen unterworfen.

00:11:43: was ich noch einmal sagen wollte, ist zur Gründung.

00:11:47: Darf ich da nochmal zurück?

00:11:48: Ja natürlich!

00:11:49: Weil das was is, was natürlich für unser Selbstverständnis ganz, ganz zentrales und trotzdem auch immer ein Stück weit Gegenstand von Aushandlungsprozessen oder Debatten nämlich zu sagen wir machen Arbeitnehmerinnen... Das Sternchen ist natürlich auch neu... ArbeitnehmerInnen orientierte Wissenschaft Und haben damit natürlich eine normative Perspektive, von der man behaupten könnte oder es wird uns gelegentlich auch unterstellt dass sie im gewissen Spannungsverhältnis zum Anspruch wissenschaftlicher Exzellenz steht.

00:12:23: Und die Fragen natürlich gibt das eigentlich überhaupt so was wie Arbeitnehmer orientierte Wissenschaftler.

00:12:29: Wissenschaft ist doch immer objektiv, es gibt aber auch in der Wissenschaft ganz viele Forschungslinien wenn wir an die Frankfurter Schule denken die darauf verweisen dass das so einfach eben nicht ist und die Frage von Objektivität sehr schwierig und man natürlich auch eine normative Haltung als WissenschaftlerInnen haben kann.

00:12:49: Aber trotzdem ist das ein Spannungsverhältnis, in dem wir uns befinden.

00:12:53: Ich würde aber sagen, Wir haben diesen Anspruch.

00:12:55: Wir machen diese Forschung und unterscheiden von anderen Forschungsinstituten, dass wir diese normative Ausrichtung haben was nicht bedeutet, dass die Ergebnisse unserer Forschung vorweg nehmen, aber dass wir die Fragen im Interesse einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe stellen Und auf Dinge blicken, auf andere Leute vielleicht weniger Blicken und auch einfach Daten zur Verfügung stellen, die möglicherweise sonst gar nicht zur Verfügung gestellt werden würden.

00:13:25: Wenn ich das mal an einem Beispiel verdeutlichen kann – es ist jetzt ein Sprung von siebzig sehr weit in die Zukunft Corona-Pandemie – wir waren einen der ersten, die nach der Sorgearbeit unter Situationen von Frauen gefragt haben und überhaupt dann erst einmal Fakten hatten was diese Pandemie eigentlich mit dem Geschlechterverhältnissen macht.

00:13:44: Und für mich ist eine normative Perspektive, zu sagen wir wollen zum Beispiel Geschlechtergleichheit, wir wollen die Rechte von Beschäftigten stärken und die Frage eben welche Informationen, welche Wissenschaften, welche Daten brauchen wir dafür?

00:14:00: Man kann natürlich nicht wissen wie es Frauen in der Pandemie geht wenn man nicht danach fragt Und das ist sozusagen für mich die Frage der normativen Ausrichtung.

00:14:11: Wir haben hohe wissenschaftliche Standards, wir haben hohen Methodenstandards und hohe Standards an unsere Daten aber wir lenken die Taschenlampe den Lichtbegel in Ecken, die von anderen Leuten auch weil sie daran möglicherweise kein Interesse haben eben nicht so ausgeleuchtet werden.

00:14:30: Das wäre meine Definition vom Arbeitnehmer in orientierter Wissenschaft.

00:14:35: Wissenschaft ist ja auch immer eine Frage der Ressourcen.

00:14:38: Und wenn man dann halt explizit sagt, wir werfen unsere Ressoursen auf den und den Punkt und untersuchen denen sehr genau, dann kommt gegebenenfalls noch mal was anderes raus als wenn jemand anders ein wesentlich breiteres Spektrum hat oder ein anderes Spektuum.

00:14:52: Vielleicht wird die da mal so ein Gefühl... Wir sind ja in so einer weibbasierten Gesellschaft gerade.

00:14:58: Alles geht nach Gefühl jetzt gar nicht mehr so sehr nach Wissenschaft, naja gut aber mal so dein Gefühl was so in den letzten Jahren.

00:15:06: würdest du sagen dass sich der Fokus des Instituts dann schon auch jetzt mehr Richtung Demokratie auch verschoben hat weil diese Fragen uns ja jetzt grade auch sehr stark beschäftigen mit dem Aufkommen der Rechten und so weiter.

00:15:20: also ist das ein größeres Thema als vielleicht vor vierzig Jahren?

00:15:24: Ja Das glaube ich schon, weil es ja eigentlich erstaunlich ist dass die Aussage unsere Demokratie bedroht.

00:15:32: Eine ist die von allen demokratischen Kräften von rechts bis links geteilt wird.

00:15:37: also das wäre vor vierzig Jahren nicht der Fall gewesen und insofern ist offenkundig dass es bei diesem Thema eine Dringlichkeit gibt Bei der es, glaube ich wichtig ist wieder auch die Perspektive der Beschäftigten oder auch – also wir machen ja nicht nur auf die Beschäftigte.

00:15:53: Wir forschen ja auch beispielsweise zur Armut zu Leuten, die eben arbeitslos sind und diese Perspektiven finde ich bei dieser Frage zur Zukunft der Demokratie und den Ursachen der Bedrohung unserer Demokratie extrem

00:16:06: zentral.".

00:16:07: Und interessanterweise schließt sich da aber wieder ein Stück weiter kreis, weil wir ja ganz viel zu der Frage zum Zusammenhang von Arbeit und Demokratie forschen.

00:16:17: Dabei spielt natürlich diese Frage der Wirtschaftsdemokratie, die am Ende demokratische Rechte von Beschäftigten im Erwerbskontext stärkt – eine ganz zentrale Rolle!

00:16:27: Weil wir wissen dass Menschen die demokratische Erfahrung im Arbeitskontex machen was nicht zwingend bedeuten muss das sie Betriebsrat wählen oder wichtig ist auch, dass sie sich gehört fühlen.

00:16:38: Aber die Frage der demokratischen Teilhabe im Erwerbskontext hängt eng mit dem Feld es generell zur Demokratie zusammen und insofern ist diese Frage der Wirtschaftsdemokratie hat nochmal eine ganz andere Besanz in den letzten zehn Jahren bekommen und auch ne neue Aktualität auch wenn wir das natürlich heute anders fassen B-Forschen, auch weil wir ganz andere Möglichkeiten haben.

00:16:59: Also diese große Menge von Individualdaten zu erfassen und auszuwerben das wäre ja vor der Digitalisierung überhaupt nicht möglich gewesen.

00:17:06: Das können jetzt natürlich machen und dadurch können wir natürlich auch sehr genau untersuchen wie geht es eigentlich Beschäftigten?

00:17:11: Was wünschen sich Beschäftigte was brauchen sie?

00:17:14: Und welche Ursachen gibt es eigentlich dafür dass sich natürlich gerade auch beschäftigt den schlechten Arbeitsverhältnissen?

00:17:24: Jetzt würde ich vielleicht noch ganz klein wenig deiner These widersprechen.

00:17:28: Wir reden jetzt vielleicht mehr über Demokratie, aber der Grundgedanke... dass wirtschaftliche Macht demokratische Kontrolle braucht und dadurch natürlich auch die Demokratie erhalten werden muss, um eben diese Kontrolle ausüben zu können.

00:17:42: Das ist ja durchaus in der Gründung des Instituts dann damals drin gewesen.

00:17:47: also da würde man dann eher von so einer Entwicklung reden, die vielleicht die Gewichtung verschiebt.

00:17:52: Also heute muss man zwar immer noch die Wirtschaft kontrollieren aber die Bedrohung kommt dann vielleicht doch von woanders auf

00:17:58: Absolut.

00:17:59: Also, erstens war, ist der Faschismus ja wirklich gerade erst vorbei, dass halt die Erfahrungen der Bedrohung der Demokratie maximal präsent und es war auch noch keine etablierte gefestigte Demokratie.

00:18:11: Aber weil du nach vor vierzig Jahren gefragt hast, hat das jetzt irgendwie eine neue Dringlichkeit bekommen, dass man diese Bedrohnung so sieht?

00:18:19: Gleichwohl ist die Frage der Wirtschaftsdemokratie immer schon aktuell gewesen und hochrelevant.

00:18:26: Aber ich habe das Gefühl, dass es noch mal präsenter ist in Debatten.

00:18:31: also wir haben ja auch tatsächlich deshalb neues Referat eingerichtet Arbeit und Demokratie was natürlich etwas mit dem Aufstieg der Extrem Rechten zu tun hat.

00:18:42: Aber wir haben natürlich auch noch weitere neue thematische Schwerpunkte gesetzt, indem wir einfach auf aktuelle Entwicklung reagieren.

00:18:48: Das eine ist diese ganze Frage von Digitalisierung, dekabulisierung demografischen Wandel dass wir das natürlich auch irgendwie bearbeiten müssen und auch hier neues Referat eingesetzt, das sich mit Qualifizierung und Transformationsprozessen beschäftigt war natürlich Qualifikierungszentrales Element ist um diesen Transformations Herausforderung zu begegnen.

00:19:13: Das heißt wir haben uns schon auch verändert um den aktuellen Entwicklungen und den multiplen Krisen in denen wir als Gesellschaft natürlich im Moment ausgesetzt sind, um denen irgendwie auch wissenschaftlich zu entsprechen.

00:19:28: Weil das ist glaube ich das was die letzten zehn Jahre ... natürlich bin ich zehn Jahre dabei, ich bin sechs Jahre dabei aber seitdem ich dabei bin habe mich das Gefühl eigentlich machen wir nur Krisenmonitorien weil natürlich nach der Corona-Panemie der Ukraine Krieg kam die Preisschocks kam und Wir natürlich jetzt in der Krise der Demokratie leben und auch wieder erstmals mit Massenentlassungen zu tun haben.

00:19:54: Und gleichzeitig parallel mit Fachkräftemangel, also sehr komplexe Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt.

00:20:00: Das ist aus wissenschaftlicher Perspektive sehr herausfordernd.

00:20:04: was wir da machen Und auch teilweise neu etabliert haben, ist einfach auch Daten zusammen zur Verfügung zu stellen.

00:20:12: Wir haben Erwerbspersonen-Panel aufgebaut wir haben Lebenslagen Datensatz und wir haben auch eine europaweite Befragung gemacht zum Zusammenhang von Arbeit und Demokratie.

00:20:21: Das heißt, wir haben einfach angefangen sehr viel empirische Evidenz zu diesen ganzen Fragen zur Verfügung Und es ist auch unser Anspruch, das gar nicht unbedingt alleine zu machen sondern auch im Austausch und in Kooperation mit anderen Wissenschaftlerinnen- und wissenschaftlichen Institutionen diese Daten zu bearbeiten.

00:20:42: Wenn man das WSI nicht hätte müsste man's eigentlich neu erfinden oder?

00:20:46: Da stimmt!

00:20:49: Aber Gott sei Dank gibt's das WSI ja und ich hoffe und gehe davon aus dass es noch eine ganze Zeit lang so bleiben wird.

00:20:56: Und in dem Sinne vielen Dank für das Gespräch Bettina Kohlrausch.

00:20:59: Sehr gerne!

00:21:00: Gut, und wenn ihr dazu noch ein paar Gedanken habt dann sendet sie uns per E-Mail an systemrelevantatböcklerde also immer so Korrekturen Unmut und Anregungen für weitere Institutsgründung z.B.

00:21:11: dort hin.

00:21:12: In den Show Notes findet ihr die Liste der sozialen Netzwerke sowie unseren weiteren Podcast, deren haben wir zwei und wir freuen es natürlich sehr, wenn ihr uns in einem Podcatcherwahl abonniert und somit keine Folge verpasst.

00:21:22: Vielen Dank fürs Zuhören.

00:21:22: euch eine schöne Zeit und bis nächste Woche.

00:21:29: Das war systemrelevant.

00:21:31: Fakten für eine demokratische und nachhaltige Wirtschaft!

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