Die Teilzeit-Falle
Shownotes
Moderation: Marco Herack
- WSI-Befragung: 54 Prozent der erwerbstätigen Eltern mit Schließungen oder verkürzten Zeiten bei Kinderbetreuung konfrontiert
- WSI Report zur Gleichstellung, Februar 2026: Svenja Pfahl, Eugen Unrau, Yvonne Lott: Stand der Gleichstellung von Frauen und Männern in Deutschland: Fokus Sorgearbeit
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- Podcast: Geschichte wird gemacht. Erinnern, verstehen, gestalten.
- Podcast: Fokus Aufsichtsrat - Das Update für starke Mitbestimmung
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00:00:03: Systemrelevant, Fakten für eine demokratische
00:00:06: und nachhaltige
00:00:07: Wirtschaft.
00:00:19: Man hat ja diverse Begriffe da zurückgezogen in dem Sektor, also bleiben wir jetzt auch mal ganz sachlich bei Teilzeit.
00:00:43: Jedenfalls wehnt man da die größten Arbeitsverweiger-Rappetiner und Arbeitsverueigerinnen würde ich hier fast sagen denn dieser Bereich ist sehr frauenlastig dieser Teilzeitbereich.
00:00:53: Das stimmt tatsächlich hat Deutschland eine sehr hohe Teilzeitquote und das liegt überwiegend an den Frauen, also Frauen Arbeiten deutlich häufiger als Männer in Teilzeit in Deutschland.
00:01:05: Und das hat aber natürlich auch Gründe, dass spiegelt letztlich eine sehr ungleiche Verteilung der Sorgearbeit auf.
00:01:13: Insofern ist es halt schwierig und das ist ja auch wenn du jetzt irgendwie elegant oder fairerweise darauf verzichtet hast den Begriff Lifestyle Freizeit ins Spiel zu bringen, der tatsächlich wieder zurückgenommen wurde.
00:01:26: Aber halt erst mal auch in der Welt war und ich glaube das war ehrlich gesagt auch so intendiert.
00:01:30: Der unterstellt ja dass diese Entscheidung für Teilzeit eine individuelle Entscheidung ist die unabhängig letztlich von strukturellen Rahmenbedingungen passiert.
00:01:40: Und das ist einfach falsch, das kann man so einfach nicht sagen und deshalb verkennt er einfach die Verantwortung des Staates oder der Gesellschaft auch für die Tatsache dass Frauen mehr Teilzeiterwerbs tätig sind um da reden wir gleich bestimmt noch drüber ein bisschen präziser zu werden.
00:01:56: Das ist eine der vielen Dinge die ich dabei daran sehr problematisch finde.
00:02:00: Das war Bettina Kohlrausch, Direkturin des WSI dem Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut der Hansböckler Stiftung.
00:02:07: Und vorweg wie immer der Hinweis das ihr uns erreichen könnt per e-mail ansystemrelevanteböcker.de also hinweise Korrekturen, Unmut und Anregungen dorthin.
00:02:15: in den Shownutz findet ihr die Liste der sozialen Netzwerke sowie unsere weiteren Podcasts, deren haben wir zwei und wir freuen uns natürlich sehr wenn ihr so eine Podcastschauerwahl abonniert und somit keine Folge verpasst.
00:02:27: Also Sicherlich gibt es auch mögliche Zwangsnahsnahmen, die Menschen zum Arbeiten bringen.
00:02:33: Aber gehen wir mal für unsere Folge davon aus dass alles so ist wie's jetzt ist.
00:02:38: dann müsste man ja vielleicht auch die Frage stellen was Menschen vom arbeiten abhält also nicht nur sich hinstellen und sagen na ihr folgen Schweine jetzt macht doch endlich mal Sondern auch sagen, na ja warum könnt ihr denn vielleicht nicht?
00:02:50: Und ich weiß nicht wie es dir geht Bettina.
00:02:52: Aber mir würden da so zwei Dinge quasi schon ins Gehirn ploppen wenn ich nur anfange drüber nachzudenken dass die Kinderbetreuung und die Pflege.
00:02:59: Das stimmt.
00:03:00: aber wenn ich noch eine Sache vorstellen darf dann würde ich im ersten Schritt sowieso erstmal fragen was ist eigentlich Arbeit?
00:03:08: also wird immer gesagt wir müssen mehr arbeiten Und dann würde ich wirklich gerne mal von denen, die das fordern hören was sie glauben was Arbeit ist.
00:03:18: und vielleicht auch wer wir ist, denn es ist ja jetzt gar nicht nur von irgendwelchen Radikal-Feministinnen sondern von der International Labour Organization.
00:03:26: Wenn man sich da die Definitionen von Arbeit anguckt dann gehört unbezahlte Sorgearbeit Kehrarbeit mit Sicherheit dazu.
00:03:34: und wenn man sich anguckt wäre eigentlich wie viel Arbeit erledigt, wenn man bezahlt und unbezahlter Arbeit zusammen denkt, dann arbeiten Frauen tatsächlich obwohl sie deutlich häufiger Teilzeit erwerbstätig sind, arbeiten sie de facto eine Stunde mehr pro Woche.
00:03:49: Einfach weil Sie deutlich, deutlich mehr Sorgearbeit leisten als die Männer.
00:03:53: Also ich will dir deine Frage sicherlich nicht für andere beantworten, aber ich habe ja so eine Vermutung was gemeint sein könnte.
00:04:01: Wenn du im Bundestag sitzt und dann abends deine Häppchen beim Empfang von XY
00:04:07: zu
00:04:07: dir nimmst ist das Arbeit.
00:04:09: wenn du dich daheim um deinen Kind kümmerst Bettina ist es deine Pflicht und keine Arbeit.
00:04:15: Ja, fairerweise muss man sagen auch wenn ich da auch inzwischen am Punkt bin jede Polemik mitzugehen weil mich die Debatte so aufregt.
00:04:24: muss man fairerweise sagen, dass inzwischen schon anerkannt wird das Kinderbetreuung auch Arbeit ist und dass Menschen die Kinder betreuen nicht gleichzeitig erwerbstätig sein können.
00:04:34: Ist ja eine Tatsache, die insgesamt anerkannt wird.
00:04:36: Es gibt ja so eine Zeitverwendungserhebung wo sehr aufwändig erfasst wird.
00:04:40: Deshalb gibts dir nur alle vier oder fünf Jahre glaube ich Wo sehr aufwendig erfasst wurde am Tag ihre Zeit verbringen.
00:04:47: Und Yvonne Lott hat diese Zeitverwendungserhebung, die das letzte Mal, ich glaube, vierundzwanzig herausgekommen ist, hat dann mal aufschlüsseln lassen.
00:04:56: wie schlüsselt sich eigentlich auch Sorgearbeit auf?
00:04:58: und dabei fällt eben auf Ein Großteil der Sorgearbeiter, größte Batzen ist nicht mal die Kinderbetreuung.
00:05:04: Sondern sind so profane Dinge wie Waschenkochen einkaufen und da würde ich tatsächlich mal unterstellen dass diejenigen zumindest die Männer Die im Bundestag sitzen und eben Häppchen serviert bekommen am Abend das denen überhaupt nicht klar ist Wie viel Zeit eigentlich dabei drauf geht zu einem Haushalt sag jetzt einfach Mal am Laufen zu halten wie aufwendig das ist dafür zu sorgen, dass die Kleidung sauber ist, gebügelt ist.
00:05:29: Der Kühlschrank voll ist gekocht wird all diese Dinge, die einfach gemacht werden müssen und deshalb ist Kinderbetreuung total wichtig.
00:05:36: da reden wir gleich auch noch drüber.
00:05:37: gute Pflege auch aber es ist überhaupt nicht der einzige und der alleinige Punkt und das wird auch nicht der Game Changer sein.
00:05:43: Die entscheidende Frage Wie wird Sorgearbeit auf der Haushaltsebene verteilt, wie fährt zwischen Männern und Frauen?
00:05:50: Aline Peters und ich haben uns das mal angeschaut.
00:05:52: Wir haben gesehen es ist wirklich auch der entscheidende Faktor, der letztlich über das Erwerbsvolumen von Frauen entscheidet.
00:05:58: Das heißt... die bezahlte Arbeit von Frauen sich anzugucken, ohne sich die Muster der Verteilung der unbezahlten Arbeit anzugucken ist im besten Falle ignorant und führt im Ergebnis dazu.
00:06:10: Wenn man jetzt einfach den Druck erhöht, dass Frauen mehr arbeiten wenn man bezahlt und unbezahlter Arbeit zusammenzählt das es also einfach darum geht um Frauen am Ende noch mehr Arbeit aufzubühren, obwohl sie im Durchschnitt eine Stunde pro Woche mehr als Männer arbeiten.
00:06:24: Und das ist das was mich an dieser Diskussion wahnsinnig ärgert, weil sie einfach ein Beitrag dazu ist ganz systematisch Sorgearbeit, die geleistet wird unsichtbar zu machen und nicht zu wertschätzen Und natürlich auch die Rahmenbedingungen, die wir in unserer Gesellschaft haben.
00:06:40: Die dazu führen dass das so ungleich verteilt ist.
00:06:43: Das hat natürlich auch was mit der Ungleichenbezahlung zu tun mit dem Gender Pay Gap.
00:06:47: Es hat aber auch etwas mit strukturellen Rahmenbedienungen zu tun im Ehegartensplitting Aber eben auch und darüber reden wir vielleicht dann gleich noch Mit einer einfach unzureichenden Infrastruktur.
00:06:57: Was Kinderbetreuung angeht Ich gebe zu es ist leider Wir haben das nicht so im Fokus unserer Forschung, aber ich würde das sehr gerne ändern.
00:07:05: Ich gehe davon aus, dass es auch bei der Pflege so ist, dass da völlig unzureichende Unterstützung gibt.
00:07:10: Wir haben uns das selber in unseren Forschungen nicht so angeschaut und wir haben uns jetzt erst mal die Kinderbetreuung angeguckt.
00:07:16: Aber ich würde da die Pflege wirklich gerne mit reinnehmen in zukünftigen Erwerbspersonen befragen, weil das ja auch eine enorme Belastung ist wenn man sich um Angehörige oder um kranke Eltern oder andere Angehörtige kümmern muss.
00:07:29: Also ich glaube in jedem Fall ist es ja immer eine Frage der zeitlichen Ressourcen, die man hat.
00:07:34: Absolut!
00:07:35: Ich glaube da kann man's drauf runterbrechen und wenn sich jemand im Haushalt um etwas kümmern muss egal wer dann muss das halt getan werden.
00:07:45: Und dann kann man natürlich immer noch sagen, naja gut ihr könnt auch fünf Stunden schlafen und das muss ja auch mal reichen.
00:07:50: Die Diskussion könnte man ja ganz ehrlicherweise auch mal so führen.
00:07:53: aber wenn wir davon ausgehen dass man diese acht Stunden Arbeit hat dieser acht Stunden Freizeit wo der Haushalt erarbeitet wird unter anderem und acht Stunden schläft ist das Budget was da zur Verteilung steht doch eher begrenzt.
00:08:08: und ich habe nicht das Gefühl dass es in der politischen Debatte losgelöst jetzt von Arbeitsverteilung zwischen den Geschlechtern dann wiederum auch irgendwie breitwillig antizipiert wird, sondern es einfach übergangen wird dass es Rahmenbedingungen gibt.
00:08:24: Das glaube ich auch.
00:08:25: Und dann haben wir über diese ganzen anderen Aspekte, die ja zeitenden Siefs sind und auf die wir als Gesellschaft auch angewiesen sind zum Beispiel ehrenamtliches Engagement oder solche Dinge, da haben wir noch gar nicht gesprochen.
00:08:37: also klar kann man irgendwie wahrscheinlich noch mehr Ausbeschäftigten rausholen aber dann bleibt nichts mehr übrig für soziale Beziehungen oder die Gesellschaft und das was die Gesellschaft zusammenhält.
00:08:48: ja auch Demokratie braucht Zeit.
00:08:50: insofern finde ich diese Debatte wirklich Absurd, obwohl ich gar nicht in Abrede stellen will.
00:08:56: Dass es gut wäre wenn die Teilzeitquote von Frauen geringer wird oder wenn Frauen ihren Erwerbsanteil erhöhen würden.
00:09:03: aber ich könnte mir vorstellen dass der Preis dafür ist das Männer ihren verringern.
00:09:07: weil natürlich ist die Tatsache dass Frauen überwiegend einen Teil der Sorgearbeit machen und dann nur Teilzeitarbeiten mit enormen Risiken verbunden.
00:09:14: jetzt wird ja immer noch so Implizit gesagt, dass es eine Zumutung für den Sozialstaat ist und unsozial wenn man Teilzeit arbeitet.
00:09:21: Weil man dann weniger in die Sozialversicherung einzahlt.
00:09:24: aber ich würde im ersten Schritt mal darauf verweisen das die Teilzeitarbeiter dafür dass die Personen die Teilzeit arbeiten schlechter sozial abgesichert sind.
00:09:33: Und das heißt, dass wir als Gesellschaft uns darauf verlassen, dass Frauen viel unbezahlte Sorgearbeit machen und ihnen die sozialen Risiken die sich damit verbinden, ganz alleine aufwürden.
00:09:44: Das ist das Hauptproblem an Teilzeitarbeit.
00:09:47: Und bei dem Argument was du gerade rezitiert hast, müsste man ja noch hinzufügen dass wenn sich niemand um die Kinder kümmert oder dann die Kapazitäten hat sie groß zu ziehen, dann belastet auch das die Wirtschaft am Ende wie wir ja in den niedrigen Geburtenraten sehen über die ja die Politik gleichzeitig auch natürlich sich beschwert.
00:10:05: also man hat ja so das Gefühl Die Bürgerinnen und Bürger sollen quasi alles auflösen, und zwar aus sich selbst heraus an dieser Stelle.
00:10:12: Was ist denn das?
00:10:13: Also ist das jetzt einfach so ein Rückkehr in die Neunziger- und noch früher oder vor.
00:10:18: was für einem Phänomen stehen wir da?
00:10:21: Man könnte auch sagen, dass es eine Komplexitätsverweigerung an höchster Stelle.
00:10:25: Das ist auf jeden Fall... Ich glaube, es ist ne sehr patriarchale Sicht auf die gesellschaftliche Realität.
00:10:31: Ich find's unglaublich autoritär!
00:10:33: Weil das ist ein Thema für einen eigenen Podcast, aber natürlich arbeiten noch Leute Teilzeit.
00:10:38: Wer ihre Arbeit so belastend ist, dass sie das gar nicht in Vollzeit hinbekommen würden.
00:10:42: und das ist natürlich auch eine absolut legitime Entscheidung.
00:10:45: und wir wissen aus unseren Studien, dass Betriebe nicht ausreichend in Sachen Gesundheitsschutz usw.
00:10:50: tun.
00:10:51: Aber noch mal ne andere Sache.
00:10:52: Gerade dieses Argument mit den Sozialversicherungen finde ich wirklich ... Ich find es einfach nur... unglaublich autoritär und ist wirklich nicht mein Staatsverständnis.
00:11:00: Weil das würde ja zum Beispiel auch bedeuten, dass wenn ich jetzt kündige und ein bisschen downgrade und einen Job mache bei dem mich weniger verdiene, lasse mich dadurch Unsozialverhalte weil ich logischerweise auch weniger die Sozialversicherung einzahle.
00:11:12: Und da frage ich mich, ist es dann auch verboten?
00:11:14: Muss sich den Staat dann auch fragen?
00:11:16: also das finde ich schon tatsächlich nochmal einen anderen Zungsschlag beim Versuch auf die Arbeitskraft der Menschen in diesem Land zuzugreifen.
00:11:26: Wenn man jetzt mal ein bisschen weiterausholt, dann ist ja letztlich die De-Kommunifizierung.
00:11:31: Also die Endvermarktlichung, also Schutz von Erwerbstätigkeit vor den Marktkräften und zentrales Merkmal des bundesrepublikanischen Sozialstaats und das Kompromisse zwischen Arbeit und Kapital, der die Nachkriegszeit geprägt hat.
00:11:47: Und ich glaube dass dieser Kompromiss gerade mit einer enormen Aggressivität aufgekündigt wird und für mich steht diese Teilzeitdebatte dafür exemplarisch.
00:11:57: Dann kommen wir noch mal zu dem Thema, habe ich überhaupt die Möglichkeit zur Arbeit?
00:12:02: Ihr habt eine Befragung gemacht und im Grunde mal gefragt, naja ihr habt jetzt hier eure Kinder in der Kita.
00:12:07: Könnt ihr denn jetzt arbeiten?
00:12:09: Und ich glaube die Antwort darauf ist nicht so ganz einfach.
00:12:13: Nein!
00:12:13: Einfach nur ne Kita zu haben heißt nicht dass man dann seine Ruhe hat zum Arbeiten scheinbar.
00:12:17: Genau.
00:12:18: also man muss dazu auch nochmal sagen das haben wir nicht befragt aber das ja auch gerade im U-Drei Bereich bei den Krippen immer noch nicht alle Eltern oder deutlich weniger Eltern einen Platz haben als sie sich wünschen Und dass es da auch vor allen Dingen so was die Zeiten angeht, das wirklich sehr restriktiv ist.
00:12:35: Also wenn du eine Kita-Betreuung von acht bis vier hast dann kannst du vielleicht Vollzeit arbeiten Wenn du exakt in dieser Kita arbeitest aber wenn du irgendeine Form von Wegzeit hast geht er schon nicht mehr.
00:12:47: und das finde ich dann nämlich nochmal zum Thema Autorität echt noch mal perfider wenn einerseits diese enormen Erwartungen auch wirklich mit einer aggressiven Rhetorik an die Beschäftigten gestellt werden Also wirklich exakt nichts dafür tut, um die Voraussetzung dafür zu schaffen.
00:13:03: Und eine Voraussetzung ist eben gute Kinderbetreuung und wir machen das inzwischen jetzt das dritte Mal, dass wir bei unserer Erwerbspersonenbefragung jetzt die Leute, Betreuungsplatz haben, das heißt deshalb in den Statistiken also irgendwie unversorgt oder so überhaupt nicht auftauchen.
00:13:19: Dass wir die fragen ob sie mit Ausfällen Verkürzungen der Betreuungzeiten oder mit Schließungen sogar zu tun hatten.
00:13:27: Da haben fifty-fünfzig Prozent der erwerbstätigen Eltern gesagt dass sie entweder eben mit Kürzung oder sogar Schließung ihrer Einrichtung zu tun haben und das ist über die Hälfte.
00:13:38: und wir haben da nicht gefragt irgendwie ist es in ihrem Leben schon mal vorgekommen sondern in den letzten drei Monaten.
00:13:43: Und dann haben wir auch gefragt, was haben Sie gemacht?
00:13:46: Dann hat ein Drittel der von Ausfällen oder Kürzungen Betroffenen gesagt, dass sie die Erwerbsarbeitzeit reduziert haben.
00:13:52: Das macht man ja nicht wenn im absoluten Ausnahmefall mal die Kita zu ist oder so.
00:13:57: Wobei ich das jetzt aneknotische Evidenz habe.
00:13:59: und wenn ich mit Leuten meiner Generation rede, dann können wir uns alle nicht daran erinnern, dass es einmal vorgekommen wäre.
00:14:06: Also malen das vielleicht gefragt wurde, wir haben hier irgendwie einen Krankenstand.
00:14:09: Könnt ihr die morgen früh abholen wenn es euch passt?
00:14:11: Aber dass irgendwie die Weisung kam, wir können euer Kettlich Betreuenes ist bei meinen zwei Kindern nicht einmal passiert.
00:14:17: Also das scheint sich wirklich fast nach Corona irgendwie noch mal zugespitzt zu haben.
00:14:21: Und wenn die Eltern dann wirklich ihre Arbeitszeit reduzieren, dann zeigt sie sich wie absurd das ist ja einerseits irgendwie eine Debatte anzuzetteln wo man implizit Eltern natürlich vorwirft dass sie nicht Vollzeit arbeiten und gleichzeitig Rahmenbedingungen zu schaffen in denen es Eltern schlicht oder greifend nicht möglich ist Vollzeit zu arbeiten.
00:14:40: Und wenn man dann nochmal und das sieht man eben, dass es schon auch einfach diese ungleiche Verteilung der Sorgearbeit forciert.
00:14:46: Wenn man dann nämlich noch fragt, wäre es eingesprungen?
00:14:50: ... dann ist das natürlich viel, viel häufiger die Frau als der Mann.
00:14:53: Also es heißt natürlich aber... Das sind eben die Muster, die wir ja auch aus anderen Zusammenhängen kennen.
00:14:57: Um da mal die Zahl zu nennen, ne?
00:15:02: Da ist ja noch nicht die Frage beantwortet.
00:15:12: Hat die eine Zehn Tage gemacht und der andere einen Tag, also von der Relation her, sondern schon da!
00:15:19: scheitert es an der Parität.
00:15:21: Natürlich sind sie im Zweifelsfall, weil sie schon in Teilzeit sind auch flexibel.
00:15:24: aber wenn man sich überlegt dass die diese Ausfälle aufgefangen werden müssen im Familienalltag vielleicht hat man ja auch nicht nur ein Kind sondern zwei und die Eltern sich zusammensetzen und überlegen können wir als Familie also können wir hier noch mehr Erwerbsarbeit unterbringen in unserem Familienalltag dann wären Sie mit Sicherheit nicht sagen klar kein Problem Ich habe ja eine verlässliche Kinderbetreuung, sondern natürlich weiß man noch was für ein Stress das ist.
00:15:49: Also ich erinnere mich daran einfach weil Kinder natürlich sehr viel krank sind dass es immer so Stress auslöst wenn dann irgendwie angerufen wird das Kind muss abgeholt werden und dann wer geht los?
00:15:59: Und wie kann man das hinkriegen?
00:16:00: Da muss man da schnell hin.
00:16:01: Wenn dann noch hinzukommen zu dieser ohnehin belastenden Kleinkindzeit so niedlich die sind in dem Alter Dass die Kita nicht funktioniert Dann ist doch klar, dass sie einfach nicht die Ressourcen haben um ihre Erwerbsarbeit Zeit zu erhöhen.
00:16:14: Das sagst du?
00:16:16: Und natürlich würde sich Herr Merz hinstellen und sagen, ja klar, die meinen wir auch gar nicht die Mütter, die sich um Kinder kümmern aber de facto geht die Debatte natürlich auch genau gegen die.
00:16:30: Das eine ist ja was dann konkret gefordert wird und dann wieder runtergebrochen und zurückgenommen wird
00:16:35: usw.,
00:16:36: das andere ist was für ne Atmosphäre sage ich mal oder Perspektive Haltung gegenüber erwerbstätigen Mann in den Raum wirft oder etabliert, in der Debatte.
00:16:48: Das ist ja auch im Zusammenhang zum Beispiel mit dem Versuch die täglich höchst Arbeitzeit abzuschaffen.
00:16:53: also wenn man momentan wahnsinnig aggressive Debatte über Arbeitszeit und vor dem Hintergrund dieser Debatte finde ich diese Zahlen wirklich noch empörender als sie ohnehin schon sind.
00:17:03: So, und was machen wir jetzt damit?
00:17:05: Weil ganz offensichtlich ist es ja so dass die zumindest CDU-Seite der Bundesregierung – wir haben ja zwei Parteien in der Regierung oder drei Parteien wobei die Union kann man schon als einen Block sehen.
00:17:17: Und die SPD als anderen also zumindest zwei der drei Partei in dieser Bundesregierung scheinen mir dann doch eher der Meinung zu sein neuer.
00:17:26: Dann ist das so, da müssen die halt alle mehr arbeiten.
00:17:28: Aber so die Rahmenbedingungen scheinen sie nicht auflösen zu wollen weil die kosten ja Geld.
00:17:33: Genau.
00:17:33: also tatsächlich es ist eine Frage von Invest inzwischen aber gar nicht mehr nur in die Infrastruktur sondern es fehlt auch schlicht Personal und das ist natürlich auch die Abwärtsspirale die wir auch in anderen Bereichen haben auch in der Pflege.
00:17:44: je größer der Personalmangel desto stressiger der Job desto unattraktiver desto schwieriger ist es Leute dafür zu begeistern in dem Bereich zu arbeiten, desto schlechter werden die Arbeitsbedingungen.
00:17:55: Und so länger braucht es dann auch um das zu beheben?
00:17:57: Wenn man denn sogar da rangehen möchte wo man rangehen müsste weil so eine Ausbildung dauert ja ich weiß gar nicht wie lang es in diesem Fall dauert.
00:18:04: Das ist eine
00:18:04: anspruchsvolle Ausbildung.
00:18:06: Aber ich habe im Kopf dass das nicht in einem Monat erledigt ist.
00:18:09: Nee nee und das ist ja auch richtig so weil sie haben ja auch einen erzieherischen Auftrag.
00:18:13: die leisten wirklich für unsere gesellschaft wichtige Arbeit die auch anerkannt werden soll und sofern ja.
00:18:19: also ich denke es bräuchte eine Offensive.
00:18:21: Es bräuchte eine gute Rahmenbedingung, was natürlich gehälter und so weiter angeht aber auch natürlich Personalschlüssel genauso wie eine Pflege.
00:18:29: das heißt es ist nicht von jetzt auf gleich zu erledigen.
00:18:31: vor diesem Hintergrund finde ich diese ganze Debatte um Arbeitszeit wirklich völlig daneben, weil die Eltern im Moment einfach nicht die Spielräume haben.
00:18:40: Natürlich wäre es sinnvoll darüber nachzudenken wie man im ersten Schritt vielleicht einfach mal Anreize schaffen kann für eine faire Verteilung der Sorgearbeiter.
00:18:48: Wie gesagt ich würde davon ausgehen dass in dem moment wo Frauen mehr erwerbstätig sind und sie weniger Sorgearbeit logischerweise machen also wenn das Ganze nicht auf Mehrarbeit für Frauen hinauslaufen soll Männer möglicherweise weniger Erwerbsarbeit leisten können.
00:19:03: aber Wir wissen, dass Menschen auch produktiver sind wenn sie nicht Vollzeit arbeiten.
00:19:08: Sodass man da sicherlich Potenziale hat aber nicht unendlich viele.
00:19:13: trotzdem ist es sicherlich sinnvoll darauf zu drängen oder Rahmenbedingungen zu schaffen denen Paare zu einer Fährenverteilung der Sorgearbeit kommen.
00:19:22: Im Moment haben wir mit dem Ehrgarten Splitting eher noch Anreize, das nicht zu tun.
00:19:25: Das heißt, das könnte man im ersten Schritt mal abschaffen.
00:19:28: Neben der vernünftigen Kinderbetreuung fände ich es auch total sinnvoll, das Elterngeld so auszugestalten dass es wirklich Anreiz schafft zu einer Fernverteilungen von Sorgearbeiten und eben auch der Monate der Elternzeit weil wir wissen da wo schon von vornherein Väter viel machen für die Kinder und sich einfach viel Verantwortung übernehmen, dass sie das auch fortsetzt in weiterer Verlauf.
00:19:52: Eine Idee ist zum Beispiel den Anteil der übertragbaren Monate zu verringern also dass der Vater beispielsweise sechs Monate nehmen kann und wenn es nicht tut verfallen.
00:20:02: eben solche Überlegungen schaffen entsprechende Anreize.
00:20:06: Und weil ja immer irgendwie auch überlegt wird, was können Betriebe tun?
00:20:10: oder ich werde das oft gefragt.
00:20:11: Ich glaube schon ist es auch eine Frage von Führung ist und von der Unternehmenskultur dass man einfach klar macht, dass man das zum Beispiel gutiert und unterstützt wenn Väter in Elternzeit nehmen oder Sorgeverantwortungen übernehmen?
00:20:23: Ja gut aber das klingt jetzt alles so nach Dingen kommt noch nochmal darauf zurück Alles Dinge die zwei dieser drei Parteien an der Regierung aktuell nicht mittragen wollen würden.
00:20:34: Also bräuchte man da nicht vielleicht erstmal auch so grundsätzlich eine Wiederentdeckung der Gesellschaft als Interessenfeld.
00:20:41: Weil das wirkt auf mich alles so desinteressiert, also es ist vielleicht ein doofes Wort und auch nicht sehr wissenschaftlich.
00:20:48: aber wenn man sich für ne Gesellschaft um wie sie funktioniert interessiert dann würde einem ja auffallen dass man so ne Sache nicht einfach nur so raus ploppen kann.
00:20:57: Ja!
00:20:57: Das sehe ich genauso.
00:20:59: Deswegen bin ich so ein bisschen bedroppelt bei dem Thema, weil ich jetzt irgendwie nicht den Eindruck habe das war da an einem Punkt gelangen.
00:21:05: An dem wir noch irgendeine Besserung sehen werden in der nächsten Zeit.
00:21:09: Das glaube ich auch.
00:21:10: glaub die Debatte geht wirklich an den Bedürfnissen vorbei.
00:21:15: man muss ja auch sagen Wir untersuchen zum Beispiel auch bei diesen Wahlzeitoptionen Tarifverträgen wofür sich Menschen entscheiden und die der überwiegende Teil möchte lieber Zeit stattkehlt.
00:21:26: Es gibt ein großes Bedürfnis in dieser Gesellschaft nach mehr Zeit, es gibt glaube ich auch ein großes Erschöpfungsgefühl von vielen Beschäftigten.
00:21:34: Insofern geht die Debatte wirklich an den Bedürfenissen... von Beschäftigten vorbei, anstatt zu überlegen wie man produktiv Rahmenbedingungen schaffen kann in denen Menschen gut auch länger arbeiten können.
00:21:46: Auch bis zur Rente arbeiten können.
00:21:48: das sind ja keine falschen Debatten.
00:21:49: aber dann reden wir eher bei so Sachen wie Arbeitsschutz oder sowas.
00:21:52: und ja zur Frage Wie kommt man von der Debatte die wir aktuell führen?
00:21:58: Zu einer Debatte in der man ernsthaft darüber nachdenkt Wie man Beschäftigungspotenziale, die es in unserer Gesellschaft ja sicherlich gibt.
00:22:06: Wir haben auch einen hohen Anteil von Menschen ohne Brustqualifizienten.
00:22:09: Abschluss zum Beispiel wenn man die heben kann das weiß ich ehrlich gesagt nicht.
00:22:14: Ich habe nur das Gefühl dass diese Debatte so grundlegend an den Bedürfnissen eines ganz, ganz großen Teils der Beschäftigten vorbeigeht.
00:22:24: Dass ich mir vorstellen könnte dass sich entlang dieses Zeitthemas tatsächlich auch neue Solidarisierungspotenziale ergeben weil wie gesagt Ich habe das Gefühl Erschöpfung ist eine Erfahrung die tatsächlichen Großteil Der beschäftigt noch in unterschiedlichen Qualifikations Niveaus und Einkommenniveaus wirklich verbindet, die Frauen mit den überwiegenden Teil der Sorge arbeiten.
00:22:46: Und ich habe das Gefühl, dass diese völlige Unvereinbarkeit mit dem wie von bestimmten Teilen der Politik auf Erwerbstätigkeit oder Arbeit geguckt wird und wie die erfahrungslangene Menschen sind, dass da ein Konfliktpotenzial ist, das so groß ist, dass vielleicht auch was Produktives daraus entstehen kann und sich die Debatte noch mal dreht.
00:23:05: Mich persönlich würde ja freuen, wenn auch mal aus der Wirtschaft also von den Arbeitgebern da so ein bisschen Widerspruch kommen würde.
00:23:12: Weil die müssten ja eigentlich ein besseres Gefühl dafür haben wie sie ihren Angestellten auch so geht im Alltag.
00:23:18: Also zumindest würde man sich das wünschen.
00:23:20: aber da muss ich zugeben es gab ja auch Widerspruch auch aus den eigenen Reihen.
00:23:25: er wurde zwar ziemlich abgebügelt muss man dazu sagen Aber ganz widerspurslos war's nicht.
00:23:31: und dass ist vielleicht so'n bisschen das was dann Hoffnung Macht in der Zukunft.
00:23:36: Das sehe ich genau so, ich glaube da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.
00:23:40: So und jetzt enden wir mit Hoffnung?
00:23:42: Ja!
00:23:42: Das kann ja nicht schaden.
00:23:44: Bettina Kohlrausch vielen Dank für das Gespräch.
00:23:47: Ich danke dir.
00:23:48: Wenn ihr dazu noch ein paar Gedanken habt Lösungsvorschläge oder wer wem welche E-Mails schreiben muss, dann sendet uns erst mal eine E-mail an systemrelevant.buggler.de.
00:23:57: also Hinweise Korrekturen und Mutton Anregungen dorthin.
00:24:00: in den Schornhaus findet ihr die Liste der sozialen Netzwerke sowie unsere weiteren Podcasts.
00:24:04: Sie haben wir zwei und wir freuen uns natürlich sehr, wenn ihr das in einem Podcast abonniert und somit keine Folge verpasst.
00:24:10: Vielen Dank fürs Zuhören.
00:24:10: euch eine schöne Zeit und bis nächste Woche!
00:24:16: Das war System Relevant Fakten für eine demokratische.
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